Zahnarzt-Spezialisten finden

im Kompetenz-Netzwerk rund um die Zahngesundheit

03. Februar 2015
CMD-Forschung

Bruxismus Forschung - Stress, Bruxismus und Okklusion


Bruxismus, das Pressen und Knirschen mit den Zähnen wurde lange Zeit als unphysiologische Funktion des stomatognathen Systems aufgefasst. In einem neuen Ansatz kommen Forschung und Wissenschaft mittlerweile überein, dass Bruxismus eine physiologische und wichtige Funktion bei der Verarbeitung von Stress hat.

Problematisch wird Bruxismus erst, wenn der Zahnkontakt, die Okklusion mit sehr hohem Kaudruck und über längere Dauer stattfindet. Beides ist der Fall, wenn beim Patienten Störungen der Okklusion vorliegen oder dauernde Anspannung aufgrund von psycho-emotionalem Stress besteht. 

So können beim nächtlichen Bruxismus enorme Kräfte von bis zu 400 - 800 N freigesetzt werden mit Phasen von bis zu 20 Minuten Dauer. Da der normale Zahnkontakt nur beim Schlucken mit leichtem Kaudruck erfolgt, ist es nachvollziehbar, dass die nächtlichen Pressphasen langfristig die Kaumuskulatur beeinträchtigen. So kommt es zu massiven Verspannungen der Kau-, Kopf- und Gesichtsmuskulatur mit Kompression oder Distraktion der Kiefergelenke. Als Folge können vielfältige Symptome einer craniomandibulären Dysfunktion, CMD ausgelöst werden.

Okklusionsstörungen und Stress gelten demnach als Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung einer CMD.

Die Bedeutung des Bruxismus in Medizin und Zahnmedizin

Schon in den 1960er Jahren hatte das Thema Okklusion, damals unter dem Begriff Gnathologie sowie das Kiefergelenk und seine Position, eine herausragende Bedeutung in der Wissenschaft. So postulierten die beiden Gnathologen Hiniker & Ramfjord bereits 1966: „Passen Sie die Okklusion dem Gelenk an und warten Sie nicht darauf, dass sich das Gelenk der Okklusion anpasst.“

Der internationale Bruxismus-Kongress 2015 in München, unterstreicht nun eindrucksvoll die hohe Bedeutung des Bruxismus in Medizin und Zahnmedizin und den Einfluss der Okklusion auf die Gesamtgesundheit des Menschen.

IAAID International Congress on Bruxism 2015, Munich, Germany

Einleitung: IAAID Internationaler Bruxismus Kongress 2015 in München

„Die medizinische Forschung hat in den vergangenen Jahren mögliche Kausalketten offenbart und damit das Kausystem des Menschen ins wissenschaftliche und therapeutische Interesse gerückt.

In den letzten 200 Jahren hat sich das Leben der Menschen so schnell und nachhaltig verändert wie nie zuvor. Während im 19. Jahrhundert die Mehrzahl der Bevölkerung ihren Lebensunterhalt noch mit harter körperlicher Arbeit verdiente und dabei greifbaren, direkten Gefahren ausgesetzt war, ist der Broterwerb der meisten Bürger von Industrienationen von eher geringerem körperlichem Engagement geprägt. Wir werden mit Informationen überschüttet und die Gefahren, die uns bedrohen, sind meist nicht greifbar und eher diffus. So wird vom Menschen des 21. Jahrhunderts Stress als normal angenommen. Das Individuum adaptiert in den eigenen Grenzen. Dauerhaft empfundener Stress führt jedoch in jedem Fall zu einem Anstieg von Noradrenalin und Dopamin im Gehirn und mündet über das Zusammenspiel von Hypothalamus und Nebenniere in einen Circulus vitiosus.

Der Spiegel an Neutrotransmittern kann nur durch intensive körperliche Beanspruchung, wie durch körperliche Arbeit, Sport oder das Bruxieren, also Pressen und Knirschen mit den Zähnen, verringert werden. Da der Großteil der Bevölkerung keiner schweren körperlichen Arbeit nachgeht oder intensiver sportlicher Betätigung, wird unbewusst der Weg des meist nächtlichen Bruxierens gewählt.

Wir können also das Pressen und Knirschen als normale und bedeutende Funktion des menschlichen Kausystems akzeptieren (Slavicek 2000).

Bereits vor 5 Jahren in Köln (Bruxismus Kongress 2010) wurde dieses Thema von international anerkanntesten Ärzten/Zahnärzten und Wissenschaftlern intensiv beleuchtet und diskutiert, um Praktikern das aktuellste verfügbare Wissen zu vermitteln und um wertvolle Tipps und Hinweise für den alltäglichen Umgang mit ihren Patienten zu geben.

Der „Update-Bruxismus-Kongress 2015“ in München soll Ihnen auf international höchstem fachlichen Niveau alle Neuerungen und Erfahrungen der letzten Jahre präsentieren, um Ihren Umgang mit diesem Patienten-Klientel nachhaltig zu verbessern.“

Markus Greven   

President (elect) Int. Academy of Interdisciplinary Dentistry (IAAID)

Die neuesten wissenschaftlichen Entwicklungen und Ergebnisse zum Thema Bruxismus und Okklusion wurden u.a. von den Referenten Prof. D. Edelhoff, München,  Prof. S. Sato, Japan und Prof. R. Slavicek, Österreich in eindrucksvollen Vorträgen vorgestellt und diskutiert.

Die Bedeutung der Okklusion in der zahnärztlichen Behandlung

Die Bedeutung einer harmonischen Okklusion und deren Erhalt bzw. Wiederherstellung, gehört zu den Kernkompetenzen der zahnärztlichen Behandlung. 

Denn die Gesundheit des Kausystems mit seinen Muskeln, Gelenken und Nerven hängt entscheidend von der Okklusion ab, die von ausreichender Qualität sein muss, um ihre Rolle im wichtigen Stressmanagement erfolgreich ausführen zu können.

Umfassende Kenntnisse über die Okklusion, ihr Zusammenhang mit dem Kiefergelenk und mögliche Auswirkungen auf nahezu alle Körperregionen, müssen Eingang finden in die medizinische Forschung und die Ausbildung von Ärzten und Therapeuten aller Fachrichtungen. Nur dann ist eine state of the art, patientengerechte, zahnmedizinische und allgemeinmedizinische Versorgung zu gewährleisten. 

Okklusion aus stabiler Kiefergelenkposition

Bei Patienten, deren Gebiss einen Zahnhartsubstanzverlust von mehreren Millimetern aufweist, muss die Okklusion neu gestaltet werden. Erforderliche prothetische Maßnahmen zur Wiederherstellung der Okklusion, sollten immer aus einer stabilen Kiefergelenkposition erfolgen.

Diese nachweisbare stabile Gelenkposition kann erreicht werden durch ein Okklusionskonzept, das von erfahrenen Zahnärzten und Zahntechnikern mit Kenntnissen über Bioästhetik und biomechanische Aufwachskonzepte angewendet wird.

Hier finden Sie zahnärztliche Okklusionstherapeuten in Ihrer Nähe 

                                         

Die Abbildung zeigt das Gebiss eines Patienten mit einem Zahnhartsubstanzverlust von mehreren Millimetern – Abrasionsgebiss.  

Vorsprung durch Wissen

Zweitägige Workshops für Zahnärzte und Zahntechniker im Team vermitteln, wie eine standardisierte, 7- wöchige diagnostische Aufbissschienentherapie (DROS®-Schiene) die stabile Kiefergelenkposition erreicht und im Praxisalltag bei jedem Patienten anwendbar ist. 

Fortbildung für Zahnärzte und Zahntechniker im Team - FUNKTIONSDIAGNOSTIK


Fachbegrifflexikon

In unserem Glossar werden medizinische Fachbegriffe patientengerechte erklärt.

zum Fachbegrifflexikon>>

Übersicht der Fachspezialisten

Finden Sie den nächstgelegenen Premium Zahnarzt in Ihrer Region.

zur Übersicht der Fachspezialisten>>

Suche

Durchforsten Sie unsere Webseite nach Ihrem Suchbegriff.

zur Suche>>