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03. August 2015
Pressemeldung

Frauendominanz im Zahnmedizinstudium - ist die Versorgungssicherheit gefährdet?


Frauendominanz im Zahnmedizinstudium

Frauendominanz im Zahnmedizinstudium

Ein bereits viele Jahre zu beobachtender Trend hat sich manifestiert: Die wenigen aber äußerst beliebten Studienplätze für Zahnmedizin werden mit bis zu 100% in den Erstsemestern mit jungen Frauen besetzt. Grund sind die überdurchschnittlich guten Abiturnoten, die der Numerus Clausus bei der zentralen Studienplatzvergabe erfordert, und die fast nur noch von Mädchen erreicht werden.

Wie sich seit längerem schon abzeichnet, verändert der hohe Frauenanteil auch das Berufsbild des Zahnarztes und damit einhergehend auch die Art der Tätigkeit und die Anzahl der Niederlassungen.
So arbeiten junge Zahnärztinnen vorwiegend in Teilzeit und dies bevorzugt in großen und größeren Städten. Im Vergleich zu männlichen Zahnärzten wagen deutlich weniger Frauen den Sprung in die Selbstständigkeit in eigener Praxis;  auch Spezialisierungen im implantologischen bzw.  chirurgischen Bereich werden im Vergleich zu den Männern seltener angestrebt.

Ebenso wie in der Humanmedizin, wo eine ähnlich Problematik zu verzeichnen ist, gefährdet diese Entwicklung möglicherweise sogar die Versorgungssicherheit der Bevölkerung. So fehlen bereits jetzt Ärzte und Zahnärzte besonders in ländlichen Regionen, in den Ruhestand gehende Zahnärzte finden keine Nachfolger, die Dentalindustrie sucht händeringend nach qualifizierten männlichen und weiblichen Anwendern ihrer Hightechprodukte und innovativen Techniken.  
Können die Patienten nicht mehr von diesen modernen Entwicklungen und minimalinvasiven Verfahren profitieren, leidet möglicherweise nicht nur die Versorgungssicherheit der Bevölkerung, sondern vor allem auch die Versorgungsqualität.

Männerquote gegen verbessertes Auswahlverfahren

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, forderte der Landesverband Niedersachsen (FVDZ) eine Männerquote einzuführen. Sie soll die systembedingte Benachteiligung von männlichen Abiturienten ausgleichen, die bei Abschluss des Abiturs oft erst 17 Jahre alt sind und somit die beiden abiturnotenrelevanten Jahre mitten in der Pubertät stecken und sich gleichaltrigen Mädchen gegenüber im Entwicklungsrückstand befinden.
Gegner dieser Forderung empfinden eine Männerquote als Diskriminierung und sehen in verbesserten Auswahlverfahren für den Studienzugang, die geeignetere Lösung des Problems. Zwar können die Universitäten auch jetzt schon bis zu 60% ihrer Studienplätze nach eigenen Kriterien vergeben, mangels Zeit und Geld wird diese Quote aber selten ausgeschöpft.

Der Beruf des Zahnarztes erfordert eine enorme soziale Kompetenz und vor allem großes handwerkliches Geschick. Es wäre sicherlich hilfreich, diese beiden Kriterien in eine generelle Vorauswahl einzubeziehen, um möglichst viele, wirkliche geeignete Kandidaten zu erhalten, unabhängig von Abiturnote und Geschlecht.

Die Politik, der diese Problematik mittlerweile wohl bewusst ist, reagiert lediglich mit Lockerungen bei der Zulassung von Medizinischen Versorgungszentren, anstatt die Rahmenbedingungen für die Niederlassung von Freiberuflern allgemein zu verbessern.


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