Entscheidend für den Erfolg eines Zahnimplantates ist ein bestimmtes Knochenvolumen. Je mehr Knochen vorhanden und je dichter ein Kieferknochen ist, umso besser. Ein Implantat sollte mindestens von1 mm besser von 2 mm Knochensubstanz umgeben sein. Implantate die kürzer als 8 mm sind heilen schlechter ein als längere Implantate.
Parodontitis Erkrankungen
Bakterieller Zahnbelag (Plaque) greift die Haltesubstanz des Zahnes an. Das Stützgewebe um den Zahn baut sich ab, die Wurzelhaut und das Zahnbett werden zerstört. Weitere Informationen unter Parodontologie.
Wurzelspitzenresektion
Eine Wurzelspitzenresektion ist notwendig, wenn sich die Wurzelspitze eines Zahnes entzündet und dadurch den Kieferknochen zerstört.
Implantationen
Bei Zahnimplantaten reicht oft der vorhandene Knochen nicht aus. Der Kieferkamm kann zu schmal oder zu wenig hoch sein.
Knochenspenden
Bei kleineren Knochenauffüllungen kann der Arzt Knochen aus den benachbarten Kieferregionen (Ober-, Unterkieferkamm, Kinn) verwenden. Dieser Eingriff erfolgt ambulant und in örtlicher Betäubung. Jedes Knochentransplantat wird anschließend vollständig mit Schleimhaut bedeckt, da sonst der transplantierte Knochen nicht anheilt. Nach der Einheilzeit, die abhängig ist von dem Ort der Einpflanzung und von der Beschaffenheit des Spenderknochens, wird die Schleimhaut über dem Kieferkamm wieder geöffnet und das Implantat eingesetzt. Manchmal werden auch eine Knochentransplantation und die Implantation in einer Sitzung durchgeführt.
Bei größeren Knochendefekten, z.B. nach einer Krebsoperation, reichen kleine Knochenspenden nicht aus. Hierbei kann man Substanz dem Hüftknochen entnehmen. Ein Eingriff, der allerdings nur im Krankenhaus und unter Vollnarkose vollzogen werden kann.
Eine Zahnimplantation im Oberkiefer wird problematisch wenn die Backen- und Mahlzähne seitlich verloren sind. Durch den Verlust dieser Zähne dehnt sich die luftgefüllte Kieferhöhle in Richtung des zahnlosen Kieferkamms auf. Der Restkieferkamm wird so dünn, dass ein Implantat nicht mehr verankert werden kann. In diesen schwierigen Fällen kann erfolgreich implantiert werden, wenn der Arzt den Kieferhöhlenboden anhebt. Eine Technik die als Sinus-Lift oder Kieferhöhlenboden-Elevationsplastik bezeichnet wird. Der entstandene Hohlraum ist vielfach über 10 mm hoch und kann nun mit eigenem Knochen oder mit Knochenersatzmaterialien aufgefüllt werden. Wird nur wenig Knochen benötigt, bietet sich das Kinn als Spenderregion an und der Sinus-lift kann in örtlicher Betäubung von einem Chirurgen durchgeführt werden.
Halskrause für den Zahn
Außer der Knochenverpflanzung gibt es noch sogenannte Membrantechniken zur Regenerierung des Gewebes (guided tissue regeneration). Stellt man beim Implantieren fest, dass der Bereich des Implantatkörpers nicht vollständig von Knochen bedeckt ist, so kann dieser Bezirk mit einer speziellen Membran abgedeckt werden. Sie umfasst das Implantat wie eine Halskrause und dient als Barriere um das unerwünschte Ein- und Tieferwachsen von Entzündungsgewebe zu verhindern. Das Ziel hierbei ist es, dass sich langsam neubildender Knochen auf die zuvor unbedeckten Implantatbezirke anlagert. Die neueste Entwicklung sind Membranen die sich langsam auflösen, so dass eine Membranentfernung entfällt.
Knochenersatzmaterialien
Implantierende Zahnärzte verwenden gerne Knochenersatzmaterialien; die Entnahme körpereigenen Knochens bedarf einerseits einer speziellen kieferchirurgischen Ausbildung und außerdem sind hierfür häufig Krankenhausaufenthalte und Eingriffe in Vollnarkose notwendig. Die Industrie hat eine Vielzahl von Materialien entwickelt, die dem menschlichen Knochen in ihrer Zusammensetzung sehr ähnlich sind. Sie werden aus Tierknochen gewonnen, aus Algen, Korallen oder synthetisch hergestellt. Vorraussetzung für ihren Einsatz ist ein gewisser Restknochen, von dem die Neubildung ausgehen kann und der eine Stabilität der Implantate gewährleitstet.
Weitere Informationen unter Biotissue
Knochenneubildende Eiweiße
Im menschlichen Körper finden sich Eiweißstoffe (Proteine), die für die Knochenbildung verantwortlich sind. Sie sorgen dafür, dass bestimmte Zellen sich zu Knochenzellen umwandeln, die dann den Knochen produzieren. Die tierexperimentellen Ergebnisse mit knochenneubildenden Eiweißen sind vielversprechend. Eine zweite Generation , die die Fähigkeit hat, Knochen vollkommen neu zu bilden sobald sie in einer Knochenhöhle eingelagert oder aufgelagert sind. Die ersten Studien an Menschen, bei denen diese Proteine als Knochenneubildner eingesetzt wurden laufen. Bewähren sich diese Substanzen, sind in Zukunft kaum noch Knochenverpflanzungen notwendig.