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Implantologie - Voraussetzungen und Risiken bei Implantationen

Wann und wie werden Implantate gesetzt?

Zu einer grundlegenden Voraussetzung für eine erfolgreiche Implantatversorgung gehören neben der Erhebung der Krankengeschichte die Untersuchung des Patienten, das Anfertigen von Röntgenaufnahmen, die sorgfältige Behandlungsplanung einschließlich der Auswahl des Implantatsystems.

Wichtig für die Implantation ist ein Abwägen der Erfolgsaussichten. Allgemeinmedizinsche Risiko-Faktoren sind zum Beispiel ausgeprägte Stoffwechselerkrankungen, Knochenleiden, Herz-/Kreislauf- und Bluterkrankungen.

Zu den absoluten Kontraindikationen zählen:

  • frischer Herzinfarkt oder Hirnschlag
  • fortgeschrittenes Krebsleiden
  • psychiatrische Erkrankungen (Depression, Manie, Schizophrenie)
  • Bluterkrankheit
  • entgleiste Zuckerkrankheit
  • Drogenabhängigkeit

Weiterhin haben Studien belegt, dass die Haltbarkeit der Implantate bei Nichtrauchern doppelt so hoch ist als bei Rauchern. Somit kann Nikotinabusus ebenfalls als Kontraindikation betrachtet werden.

Zum Glück lassen sich viele Erkrankungen mit Medikamenten so gut behandeln, dass hier oft nur eine relative Kontraindikation zur Implantation besteht. Viele gut eingestellte Bluthochdruckpatienten oder Zuckerkranke sind bestens mit Implantaten versorgt worden. Es gibt nur wenig Medikamente, deren Einnahme eine Implantation unmöglich machen.

Das Risiko einer Einpflanzung ist gering, wenn eine gründliche Voruntersuchung, Aufklärung und eine sorgfältige Planung durchgeführt wurden.

Der Arzt muss ebenfalls untersuchen, ob Erkrankungen des Kauapparates vorliegen, die evtl. vor der Implantation behandelt werden sollten. Weiterhin müssen zerstörte und nicht erhaltungswürdige Zähne entfernt werden. Zähne mit einem Bakterienherd können über eine Wurzelresektion saniert werden. Kariöse Zähne sollten ebenso behandelt werden wie Zahnfleischerkrankungen (Parodontose).

Von besonderer Bedeutung bei der Zahnimplantation sind bestimmte Kieferregionen, in denen die Gefahr besteht, dass wichtige Strukturen verletzt werden.

Im Unterkiefer verläuft im Seitenzahnbereich in einem Knochenkanal ein Nerv zusammen mit Blutgefäßen, der die Aufgabe hat, die Unterlippe und einen Teil des Kinns mit Gefühl zu versorgen. Bei der Verletzung dieses Nervs durch eine Einpflanzung würde ein Taubheitsgefühl im Unterlippen- und Kinnbereich, länger oder sogar dauernd bestehen. Daher darf nur der Knochen über dem Nerv für die Einpflanzung genutzt werden.

Im vorderen Kieferabschnitt des Unterkiefers verlaufen keine wichtigen Strukturen, so dass hier in der Regel ohne Risiko implantiert werden kann.

Bei der Implantation im Oberkiefer setzen die Ausdehnung der Kieferhöhlen und die Nachbarschaft zur Nasenhöhle einer Implantation natürliche Grenzen. Die Angrenzung des Oberkieferknochens an die Kieferhöhle, die eine natürliche Verbindung zur Nase besitzt, filtert und erwärmt die eingeatmete Luft. Ein Implantat darf die empfindliche Schleimhautauskleidung der Kieferhöhle nicht durchbrechen. Dies kann zu Entzündungen der Kieferhöhle führen und ein Implantatverlust nach sich ziehen.

Ein neues Implantationsverfahren ist das so genannte navigierte Implantieren (mit Bohrschablone) der Firma med 3-d, welches dem Zahnarzt die Möglichkeit einer exakten Implantation gibt.

In der Einheilungsphase treten nur selten Komplikationen auf. In manchen Fällen wachsen die Implantate nicht an. Die Ursachen dafür sind noch nicht vollständig bekannt. Es tritt bei Rauchern häufiger als bei Nichtrauchern auf.

Implantologie - Mundhygiene vor der Implantatsetzung

Mundhygiene bei Zahnimplantaten als Vorbeugemaßnahme gegen Periimplantitis

Bei Implantaten ist die Mundhygiene von besonderer Bedeutung. Sie müssen sehr gut gepflegt werden, wenn ein langfristiger Erfolg erzielt werden soll. Stellt sich bei der Voruntersuchung heraus, dass keine ausreichende Pflege der noch vorhandenen Zähne durchgeführt wird und auch nach einer entsprechenden Überweisung keine Besserung eingetreten ist, wird man auf eine Einpflanzung verzichten müssen.

Implantate sollten in halbjährlichen Abständen regelmäßig kontrolliert werden.

Für die Möglichkeit der Einpflanzung ist der vorhanden Knochen von Bedeutung. Auch sehr grazile Implantate benötigen eine bestimmte Knochensubstanz in der Höhe und Breite, die bei sehr stark abgebauten Kiefern nicht immer vorhanden ist. Der Knochen muss daher vor einer Implantation exakt vermessen werden. Damit wird auch sichergestellt, dass Verletzungen von Nerven, Blutgefäßen und den Nebenhöhlen vermieden werden.

Röntgenaufnahme für eine Implantation

3D-Röngten, ein Quantensprung in der zahnmedizinischen Diagnostik 

Röntgenaufnahmen sind diagnostische Hilfsmittel, die die klinischen Untersuchungen ergänzen und eine Beurteilung des Kieferknochens erlauben. Die sogenannte Panoramaaufnahme gibt Hinweise auf die Höhe des verbliebenen Kieferknochens und seine Beziehung zum Restzahnbestand sowie zu Kieferhöhle, Nasenboden und Unterkiefernervkanal.

In besonders schwierigen Fällen lassen sich ganze Kieferabschnitte mit Hilfe von Schichtaufnahmen (Tomogrammen) wiedergeben oder unter Anwendung ausgefeilter Computertomogramme sogar naturgetreu dreidimensional darstellen. Diese Untersuchungen sind zwar teuer, geben aber genauestens Auskunft über den verbliebenen Kieferknochen und die beste Position für Implantate.

Es sollt selbstverständlich sein, dass der Patient in den Prozess der Behandlungsplanung aktiv miteinbezogen wird. Oft gibt es mehrer Lösungen für ein Problem; die unterschiedlichen Behandlungskonzepte sollten auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt sein.




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