Patienten mit Zahnlücken
Deutschen Bundesbürgern fehlen in der Altersgruppe zwischen 35 und 44 Jahren im Durchschnitt bereits 6 bis 8 Zähne. Ein Viertel aller Senioren ist völlig zahnlos.
Eine Zahnlücke im Frontzahnbereich ist sicherlich für den Betroffenen ein großes ästhetisches Problem; der Patient ist zweifellos bestrebt, den fehlenden Schneidezahn zu ersetzen. Doch wie steht es mit fehlenden Zähnen im Seitenzahnbereich? Da sie oft für das Gegenüber nicht erkennbar sind, sieht der Betroffene nicht immer einen Sinn in der Behebung der Zahnlücke.
- Das Gebiss eines Menschen mit allen seinen Zähnen ist jedoch keine starre Einrichtung, sondern vielmehr ein bewegliches System, dass auf Veränderungen (wie etwa eine Zahnlücke) umgehend reagiert. Die Position eines Zahnes im Gebiss wird bestimmt von seinen Nachbarzähnen, die ihn stützen, sowie von seinem Gegenüber, dem Antagonisten. Dieser im anderen Kiefer gegenüber liegende Zahn hat beim Zubeißen Kontakt mit ihm und nimmt so ebenfalls Einfluss auf die Lage unseres Zahnes innerhalb des Gebisses. Fehlt nun ein Zahn, so hat der gegenüberliegende Antagonist auf einmal keinen Gegenkontakt beim Zubeißen mehr, sondern stattdessen Freiraum, den er gerne in Anspruch nimmt. Er wächst nun einfach so lange aus seiner Zahnreihe heraus, bis er wieder Gegenkontakt mit den Nachbarzähnen der Zahnlücke findet.
- Die der Zahnlücke benachbarten Zähne ihrerseits kippen mangels des stützenden Zahnes in Richtung auf die Zahnlücke. Nun gerät die ganze Gebissseite durcheinander, die Zähne stehen schräg und nicht mehr an ihrem angestammten Platz. Durch diese Schrägstellung der Zähne bilden sich für die Zahnbürste schwer zugängliche Nischen und Ritzen zwischen den Zähnen, was durch Ansammlung von Speiseresten und in der Folge bakteriellen Zahnbelag die Bildung von Karies und Zahnfleischerkrankungen begünstigt.
- Auch verursachen die gekippten und verlängerten Zähne Vorkontakte zwischen Ober- und Unterkieferzähnen beim Zubeißen. So kann nächtliches Knirschen und eine Absenkung der Bisshöhe entstehen, dadurch können sich die Kiefergelenke in eine unphysiologische Position bringen, was oft zu Schmerzen in den Kiefergelenken führt. Durch die Einflussnahme auf die Kiefergelenke sind auch Kopf- und Halsmuskeln betroffen, indirekt entseht hier wieder ein Problem einer gestörten Funktionalität des Kauapparates. Nach unserer Erfahrung tritt durch eine "CMD" (Craniomandibuläre Dysfunktion) in häufigen Fällen das Symptom Tinnitus auf!
- Weiterhin beginnt bei der Entfernung eines Zahnes der Abbau (Atrophie) des Kieferknochens und des Zahnfleisches in diesem Bereich. Das geschieht, weil der Knochen nicht mehr belastet wird. Man nennt dies "Inaktivitätsatrophie". Jedes Gewebe im Menschen atrophiert, wenn es nicht benutzt wird (z. B. Muskeln).
Fallbeispiel
Eine Patientin hatte die letzten Backenzähne im linken Unterkiefer verloren. Ihr Zahnarzt versorgte sie mit einem herausnehmbaren Zahnersatz. Die junge Patientin konnte sich nicht daran gewöhnen und hatte die Prothese nicht getragen, zumal die Zahnlücke selbst beim Lachen kaum sichtbar war; das Kauen ging auch ohne Prothese, da auf der anderen Seite noch Zähne vorhanden waren.
Innerhalb von knapp zwei Jahren war der letzte obere Backenzahn heruntergewachsen, so dass er beim Zusammenbeißen im hinteren Abschnitt fast die Schleimhaut des Unterkiefers berührte.
Schließen einer Zahnlücke
Um eine Zahnlücke zu schließen gibt es 3 Möglichkeiten.
- Herausnehmbare Teilprothesen
- Die klassische, festsitzende Brücke
- Zahnimplantat