In jeder Sitzung ist zunächst der Zustand der Kaukissen zu prüfen, die Okklusalflächen wie auch die lingualen, mesialen und distalen Ränder. Hier zeigen sich Kaumarkierungen, Preßmarken, Abrasions- und manchmal Torsionsspuren auf der Plastikoberfläche. Für eine derartige Prüfung muß der Aqualizer lange genug getragen worden sein. Starke auffällige Kaumarkierungen sind Hinweise für eine Malokklusion. Während der Behandlung können diese auslösenden Vorkontakte mit Hilfe des Aqualizers sichtbar gemacht werden.





Wie bereits erwähnt können solche Vorkontakte in CR-Position (Abb.21) eine Verlagerung des Unterkiefers in eine habituelle Okklusion auslösen. Der Patient weicht unbewußt diesem Frühkontakt aus, um eine neue Position mit mehreren okklusalen Kontakten einzunehmen (Abb.22). In der Praxis wird man nur diese habituelle Okklusion registrieren oder mit Artikulationspapier markieren. Der Aqualizer bewirkt durch seine Entspannung eine neuromuskuläre Deprogrammierung des kompletten stomatognathen Systems. Der Unterkiefer kann sich nun wieder in die ursprüngliche CR-Position zurückbewegen. Für die Okklusionsbehandlung kann der alte Aqualizer des Patienten verwendet werden, falls dieser noch genügend Flüssigkeit enthält, um ein "Full Float" zu gewährleisten. Der getragene Aqualizer hat den Vorteil, dass die Bißhöhe schon etwas reduziert ist und somit eine bessere Annäherung an mögliche Vorkontakte gegeben ist. Für eine schnelle Deprogrammierung können aber auch Aqualizer low eingesetzt werden. Die komplette Deprogrammierung erfolgt erfahrungsgemäß nach ca.15-30 min. Der Aqualizer wird anschließend herausgenommen und der Behandler sollte sofort im Anschluß die Okklusion prüfen, da der Patient sehr schnell wieder in seine alte habituelle Okklusion zurückkehrt. Zum Markieren von Vorkontakten nimmt man Bausch Artikulationspapier 200µ mit progressiver Farbtönung, da mit diesem Indikator alle Kaudruckinterferenzen als farbschattierte Markierungen sofort erkennbar sind (Abb.25). Auf die gleiche Weise sollten auch Zentrikregistrate erstellt werden, da mit Hilfe des Aqualizers immer eine definierte Zuordnung der okklusalen Verhältnisse, der Stellung der Kiefergelenke und vor allem ein muskuläres Gleichgewicht erreicht wird.