CMD, Tinnitus

Kiefergelenksarthrose


Allein in Deutschland leiden 15 Millionen zeitweise und 5 Millionen ständig unter einer Arthrose, einer schmerzhaften Verschleißerkrankung der Gelenke. Gelenkverschleiß wird meist durch eine mechanische Abnutzung der knorpeligen Gelenkflächen hervorgerufen; die sich dann in Schmerzen und Bewegungseinschränkungen am betroffenen Gelenk zeigen.

Im Alter kann fast jeder davon betroffen sein und je nach Veranlagung und Belastung kann der Gelenkverschleiß unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Schwere körperliche Arbeit begünstigt eine Arthrose von der grundsätzlich alle Gelenke betroffen sein können. Meist tritt die Krankheit an den Gelenken auf, die der stärksten mechanischen Belastung ausgesetzt sind, wie die Sprunggelenke, Kniegelenke und Hüftgelenke. Aber auch die Wirbelgelenke und Daumensattelgelenke können betroffen sein; und dies nicht nur bei älteren Menschen. Ein Sportunfall in jungen Jahren - Zerrungen, Brüche, Meniskus- oder Bandverletzungen - kann eine Arthrose auslösen.

Kiefergelenksarthrose-Behandlung vom Zahnarzt

Zunächst zeigt sich eine Arthrose durch uncharakteristische "rheumatische" Beschwerden, die von den Betroffenen als ziehende und ausstrahlende Schmerzen wahrgenommen werden; besonders dann unangenehm, wenn das Gelenk nach einer Ruhepause bewegt wird = Anlaufschmerz. Im späteren Verlauf der Krankheit kommt es zu einem Belastungsschmerz und ein Dauerschmerz ist dann das Zeichen für eine schwere Arthrose mit einem starken Gelenkabrieb.

Kiefergelenkarthrose

Unser Kiefergelenk ist das meist benutzte Gelenk des Körpers; nicht nur bei Abbeißen und Kauen, sondern auch beim Sprechen und Schlucken ist es in Bewegung und so lange es reibungslos funktioniert, nehmen wir das Kiefergelenk nicht wahr - erst wenn es beim Kauen knackt und knirscht und zu Beschwerden führt, rückt seine Bedeutung ins Bewusstsein.

Das Kiefergelenk ist das kleinste und auch das beweglichste Gelenk, es kann Gleit- und Drehbewegungen ausführen und mit diesen beiden Funktionen nimmt es als "Doppelgelenk" eine Sonderstellung ein. Im wesentlichen besteht es aus 3 Teilen; dem Gelenkköpfchen, der Gelenkpfanne und einer Knorpelscheibe (Diskus). Der Diskus ist ein weiches und empfindliches Gewebe, das gewissermaßen eine Pufferfunktion ausübt. Bänder und Muskeln stabilisieren das Gelenkköpfchen in der Gelenkpfanne und ermöglichen die Bewegung des Unterkiefers.

Wie bei allen anderen Gelenken kann auch das Kiefergelenk verschleißen und mit der Zeit eine Arthrose entwickeln: hierbei stehen die Beanspruchung und die Belastbarkeit in einem Missverhältnis. Dieses Ungleichgewicht führt dann zu kleinen Knorpelverletzungen, die einen erhöhten Abrieb nach sich ziehen. Der Gelenkknorpel wird mit der Zeit dünner und die zerstörten Knorpelzellen begünstigen eine Entzündung der Gelenkinnenhaut. Bei fortschreitendem Prozess kann der Knorpelbelag vollständig zerstört sein und eine knöcherne Deformierung des Gelenks hervorrufen.

Die ersten Anzeichen für eine Arthrose im Kiefergelenk sind Reibe-, Knack- und Knirschgeräusche; die Beweglichkeit des Kiefers ist meist eingeschränkt. Betroffene klagen nicht nur unter chronischen Schmerzen, die sie beim Beißen, Gähnen und Mundöffnen haben, häufig sind auch Kopf-, Nacken-, Ohren- und Schulterschmerzen.

Der Entstehungsmechanismus einer Kiefergelenkarthrose ist vielfältig. Schon der Verlust einiger Backenzähne führt zur Fehlbelastung im Gelenk und kann somit eine Arthrose auslösen; oder der Zahnarzt arbeitet ungenau und die Zahnfüllung oder der Zahnersatz sind dadurch schlecht angepasst, was dann wiederum einen Gelenkverschleiß hervorrufen kann. Aber auch Karies, Parodontitis, Kieferfehlstellungen, Verletzungen, Entzündungen und altersbedingte Fehlbelastungen des Kausystems können Auslöser einer Kiefergelenkarthrose sein. Nicht zu vergessen ist das nächtliche Zähneknirschen (Bruxismus), von dem mittlerweile fast jeder dritte Erwachsene betroffen ist. Intensives Knirschen führt zu einer Überbeanspruchung der Kaumuskeln und der Kiefergelenke, so dass in Folge irreparable Schäden am ganzen Kausystem auftreten können. Daneben können natürlich alle "normalen" Gelenkerkrankungen ebenso am Kiefergelenk auftreten: Rheuma, Arthrose und Arthritis.

Diagnostik und Therapie

Da die Ursachen vielfältiger Natur sein können, steht am Anfang unbedingt eine gründliche zahnärztliche Untersuchung. Zunächst überprüft der Zahnarzt ob die Ursache an zu hohen Füllungen oder Kronen, unbrauchbarem Zahnersatz oder Zahnfehlstellungen liegen könnte. Auch fehlende Zähne besonders im Bereich der Seitenzahnreihen müssen als Grund in Betracht gezogen werden; denn Zähne, die eine Lücke begrenzen neigen dazu, Ihre Stellung durch Kippung oder Zahnwanderung zu verändern.

Verschieden mögliche Ursachen, die eines gemeinsam haben "sie stören das komplizierte Zusammenspiel zwischen Ober- und Unterkieferzähnen und führen zu Funktionsstörungen des so genannten stomatognathen Systems; Muskelverspannungen und Funktionsstörungen der Kiefergelenke und angrenzender Gebiete. Wichtig ist auch die manuelle Funktionsdiagnostik, die dann unter Umständen auch mit apparativen Techniken ergänzt werden kann. Eine Röntgen- oder Kernspinaufnahme ist in Ausnahmefällen unterstützend.

Liegt die Ursache an den Zähnen (auch der Dritten) ist eine Funktionstherapie mit einer DROS®-Schiene von großem Nutzen. Diese Schiene, keineswegs mit herkömmlichen Schutzschienen vergleichbar, hat ihren Namen über ihre Funktion erhalten - Diagnostische-, Relaxierungs- Orientierungs- und Stabilisierungsschiene.

Bei starker Stressbelastung sind Entspannungsübungen ratsam, die helfen den Stress und die Anspannungen des Alltags nicht mit in den Schlaf (Bruxismus) zu nehmen. Besonders geeignet ist hierbei die Muskelentspannung nach Jacobsen. In manchen Fällen ist auch eine Psychotherapie als begleitende Maßnahme ratsam.

Grunderkrankungen wie Rheuma, Arthrose und Arthritis müssen vom entsprechenden Facharzt behandelt werden.


Fachbegrifflexikon

In unserem Glossar werden medizinische Fachbegriffe patientengerechte erklärt.

zum Fachbegrifflexikon>>

Übersicht der Fachspezialisten

Finden Sie den nächstgelegenen Premium Zahnarzt in Ihrer Region.

zur Übersicht der Fachspezialisten>>

Suche

Durchforsten Sie unsere Webseite nach Ihrem Suchbegriff.

zur Suche>>