CMD und Tinnitus – Stress im Ohr durch krankes Kausystem

Ohrgeräusche - auch durch falsche Kaufunktion

Rund 10 Prozent der deutschen Bevölkerung kennen Ohrgeräusche. Viele können diese ausblenden und empfinden sie daher als nicht erheblich störend. Doch 1,5 Millionen Betroffene leiden unter einem chronischen Tinnitus. Besonders viele Männer sind dabei. 

Dem Symptom Tinnitus können unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen, weit verbreitet sind Lärmtraumata oder Schleudertraumata als Auslöser. 

Häufig liegt aber auch eine funktionelle Störung im Kausystem vor. So belegen Studien die Zusammenhänge zwischen Tinnitus und CMD und eine signifikante Besserung der Symptomatik nach erfolgreicher Behandlung der Kaufunktionsstörung. Damit zählt auch Tinnitus zu den möglichen typischen CMD-Symptomen.

Hörorgan und Kausystem sind eng verbunden

Kiefergelenk und Ohr sind anatomisch und muskulär eng verbunden, Nervenstränge zwischen Kiefergelenk, Gehörgang und Mittelohrkomplex stellen vielfältige Verbindungen her. Ebenso sind Kiefergelenk und Rücken bzw. Halswirbelsäule über ein komplexes System aus Bändern, Muskeln und Nerven verbunden.

Aufgrund dieser Vernetzungen können auch Zahnfehlstellungen, eine sog. gestörte Okklusion, ein Auslöser für Tinnitus sein. Denn in Folge kommt es häufig zu einer Fehlbelastung der Zähne mit krankhaftem Druck auf das Kiefergelenk und die Kaumuskulatur. Besonders empfindlich reagiert die sog. bilaminäre Zone, ein von Blutgefäßen und Nerven durchzogener Teil der Gelenkkapsel. Hoher Druck auf diese Zone, die sich in unmittelbarer Nähe zum Mittelohr befindet, erklärt sich der mögliche Zusammenhang mit auftretenden Ohrgeräuschen.

So wird bei Tinnituspatienten oft Zähneknirschen- und pressen (Bruxismus) mit schmerzhaft angespannter Kiefermuskulatur (Myoarthropathie) festgestellt, in deren Folge es zu einem enormen Verlust der Bisshöhe an Front-und Seitenzähnen kommen kann.

Hilfe bei Tinnitus

Wie bei den meisten Symptomen einer CMD, handelt es sich auch beim Symptom Tinnitus um ein multifaktorielles Beschwerdebild und sollte daher von Fachärzten und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen behandelt werden. 

Erster Ansprechpartner ist der Hals-Nasen-Ohrenarzt, um eine ursächliche Erkrankung des Hörorgans selbst, auszuschließen. Ein Orthopäde kann feststellen, ob als Auslöser etwa eine funktionelle Störung der Halswirbelsäule vorliegt.

Hilfe bei Stress im Ohr durch falschen Biss

Zur Abklärung eines Zusammenhangs von Ohrgeräuschen und einer Fehlfunktion von Zähnen und Kiefergelenken, ist ein spezialisierter Zahnarzt als Funktionsdiagnostiker und Funktionstherapeut der richtige Ansprechpartner. Eine manuelle und instrumentelle Funktionsanalyse gibt ihm Aufschluss über eine mögliche vorliegende Fehlfunktion.

Darüber hinaus nimmt der Zahnarzt auf, ob vorangegangene Zahnbehandlungen in zeitlichem Zusammenhang mit dem Ohrgeräusch stehen und ob Gesichts- und Ohrenschmerzen oder Zähneknirschen/Bruxismus als Faktoren Einfluss haben.

Eine Schlüsselrolle bei Diagnose und Therapie durch den Zahnarzt, nimmt eine Schienentherapie ein, die neuromuskulär entspannt, den Biss neu führt und die Kiefergelenke entlastet. 

Da auch Stress als erheblicher Verstärkerfaktor im Krankheitsgeschehen von Tinnitus gilt, sind begleitende Therapiemaßnahmen zu empfehlen, wie etwa Physiotherapie, Akupunktur und Entspannungstechniken.

Keine Therapiemöglichkeit sollte ungenutzt bleiben!

Da bei akutem Tinnitus in der Anfangsphase relativ gute Heilungschancen bestehen, sollte eine ursächliche Abklärung möglichst frühzeitig erfolgen.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den möglichen Ursachen von Ohrgeräuschen/Tinnitus 

Hier finden Sie Kiefergelenkdiagnostiker zur Abklärung der Ursache von Tinnitus

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