CMD-Ursachen

Fehlstellungen der Zähne | Zahnfehlstellung

Viele Fehlstellungen haben eine genetische Ursache, so dass Gebissanomalien in einer Familie gehäuft auftreten können. Häufig führen kieferorthopädische Behandlungen im jugendlichen Alter nicht zum erhofften Erfolg. Sehr oft werden die Oberkieferfrontzähne zu stark nach innen positioniert. In der Folge hat der Unterkiefer keine Möglichkeit, seine physiologische Position zu finden und nimmt schließlich eine unphysiologische Position ein (disto-craniale Position). Das neuromuskuläre System versucht, sich ständig neu zu orientieren, was zu permanenter Muskelverspannung führt. Der Anfang einer CranioMandibulären Dysfunktion.

Eine weitere Ursache solcher Zahnstellungsänderungen können z.B.  Zahnverluste oder zahnärztliche restaurative Maßnahmen sein.

CMD-Ursachen

Multifaktorielle Ursachen der CMD

Kieferfehlstellung | Gelenkfehlstellung

Die behandelnden Zahnärzte müssen das Zusammenspiel zwischen Kiefergelenk und Okklusion auch unter dem Blickwinkel der funktionellen Neurophysiologie betrachten. Erst dann können sie die gelenknahe und gelenkferne Symptomatik der CMD richtig interpretieren.

Kiefergelenk und Okklusion

Ein Kiefergelenk besteht aus dem Kondylus, dem bikonkaven Diskus, dem retrodiskalen Gewebe, sowie der temporalen Gelenkfläche. Die Besonderheit der Kiefergelenke besteht darin, dass die zentrische oder physiologische Position der Kondylen auch durch die Stellung der Zähne beeinflusst wird.  Ursache solcher Zahnstellungsänderungen können z.B.  genetische Ursachen, KFO-Behandlungen, Zahnverluste oder zahnärztliche restaurative Masnahmen sein.

Wenn bei einer zahnärztlichen Behandlung die Kondylen nicht  in ihre zentrische (physiologische) Position gebracht werden, können die genannten gelenknahen und gelenkfernen Beschwerden entstehen.

Die gelenknahen Beschwerden sind Hinweis für eine lokale Überbelastung der  oben genannten Strukturen der Kiefergelenke.

Die gelenkfernen Beschwerden können durch die neuronalen Fehlimpulse erklärt werden.

CMD und Bruxismus

Neurophysiologische Grundlagen

Der Nervus Trigeminus ist für die sensible Reizaufnahme im Gesicht verantwortlich. Darüber hinaus leitet er die Schmerzen im Bereich des Kiefergelenks und der Zähne ebenso wie taktile Informationen von den Zähnen an das Gehirn weiter. Zusätzlich versorgt er die Muskeln des Kauorgans motorisch.

Die Informationen gelangen über die Kerne des N. Trigeminus im Hirnstamm an den Thalamus und an den primären Kortex. In seinem Verlauf kommt es zu zahlreichen Verschaltungen mit anderen Systemen wie:

Nerven aus okkzipitalen Hirnhautarealen:
Sie ermitteln Sensibilität, aber auch Kopfschmerzen.

Nerven aus dem Nackenbereich:
Sie ermitteln Sensibilität, aber auch Nackenschmerzen.

An diesen Knotenpunkten verringert sich die Auflösung der peripheren Informationen wie z.B. Schmerzen. Das heißt, unter normalen Umständen kann das Gehirn zwischen krankhaften Informationen im Bereich der vom N. Trigeminus versorgten Gebiete und den anderen, oben erwähnten Arealen differenzieren.

Eine Überlastung dieses Systems, z.B. bei einer chronischen Reizüberflutung des N. Trigeminus durch CMD, kann das Gleichgewicht stören. Der Patient empfindet Schmerz im Kopf- und Nackenbereich, obwohl keine wirkliche pathologische Veränderung vorliegt.

Daneben bestehen auch nachgewiesene funktionelle Verbindungen zwischen dem N. Trigeminus und der Formatio reticularis (Kontrolle der Vigilanz, Kreislauf) und dem Hypothalamus (Hormonhaushalt, Stimmungslage). Auch chronische pathologische Informationen durch den N. Trigeminus können Beschwerdebilder verursachen, die auf den ersten Blick scheinbar weder mit dem N. Trigeminus noch mit dem Kauorgan zusammenhängen.

Die Wissenschaft wertet diese Beschwerden als Störfaktor für das vegetative Nervensystem, welcher entsprechende Symptome auslösen kann. Sie hat zudem bewiesen, dass eine Dysfunktion des vegetativen Nervensystems zu einer weiteren Verschlechterung der bestehenden neuropathologischen Gegebenheiten im Kauorgan führen und damit einen Teufelskreis auslösen kann.

Stehen die Zähne nicht in korrekter Verbindung zueinander, verschiebt sich der Unterkiefer beim Schließen automatisch in eine neue Position, um die Fehlstellung der Zähne auszugleichen. Daraus resultiert der Zustand der so ganannten Malokklusion.

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