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Ursachen für CMD – Zahnfehlstellungen und Stress

Multifaktorielles Geschehen mit zwei Hauptrisikofaktoren

Bei CMD handelt es sich um ein multifaktorielles Geschehen, dessen Grundlage immer eine Verspannung der am Kausystem beteiligten Kau-, Kopf- und Gesichtsmuskulatur ist. Aus Sicht der Zahnmedizin sind für die muskuläre Verspannung zwei Hauptrisikofaktoren verantwortlich.

Risikofaktor I : Zahnfehlstellungen – Malokklusion

Greifen die Zähne von Ober- und Unterkiefer nicht harmonisch ineinander, wie es die Höcker und Grübchen naturgemäß vorsehen, kommt es zu Zahnfehlstellungen, zu einer sog. Malokklusion.
Manche dieser Fehlstellungen haben genetische Ursachen. So können Gebissanomalien, wie z. B. nicht angelegte Zähne, in einer Familie gehäuft auftreten.

Wesentlich häufiger jedoch lösen Zahnlücken oder unzureichend gestalteter Zahnersatz, wie zu hohe oder zu niedrige Kronen und Füllungen einen falschen Biss aus. Eine Zunahme von Zahnfehlstellungen wird gerade auch bei jüngeren Patienten beobachtet, die eine kieferorthopädische Behandlung durchlaufen haben. In vielen Fällen wurden hier die Oberkieferfrontzähne zu stark nach innen positioniert, ohne die notwendige Beachtung der Unterkieferposition, die bei harmonischer Verzahnung (= Okklusion) eine zentrische Lage einnehmen muss. Durch die entstandene Fehlstellung der Zähne verschiebt sich der Unterkiefer beim Schließen automatisch in eine neue, nicht zentrische Position.
Um diese Malokklusion und die damit einhergehende Kieferfehlstellung auszugleichen oder sich daran anzupassen, reagiert das neuromuskuläre System mit Verspannung der beteiligten Kau-, Kopf- und Gesichtsmuskulatur. Gelingt der Mechanismus aus Adaptation und Kompensation jedoch nicht mehr, kommt es zu einer permanenten Muskelverspannung der beteiligten Muskelgruppen. Diese verspannte und verkrampfte Muskulatur gilt als Grundlage für eine sich manifestierende CranioMandibuläre Dysfunktion CMD.

Zahnfehlstellungen können in verschiedene Klassen eingeteilt werden:


 
Klasse I bezeichnet eine „normale“, eugnathe Verzahnung am Beispiel des ersten Backenzahns im Oberkiefer: Sein vorderer Höcker beißt in das mittlere Grübchen des ersten Backenzahns im Unterkiefer.

Klasse II bezeichnet eine Fehlstellung, denn der vordere Höcker des oberen ersten Backenzahns beißt vor das mittlere Grübchen des unteren ersten Backenzahns.

Klasse III bezeichnet ebenfalls eine Fehlstellung, bei der der vordere Höcker des oberen ersten Backenzahns hinter das mittlere Grübchen des unteren ersten Backenzahns beißt.

Eine weitere Ursache für Zahnfehlstellungen und CMD ist das Pressen und Knirschen mit den Zähnen, man spricht von Bruxismus. Dauerhaftes und nicht behandeltes Zähneknirschen führt zu einer unnatürlichen Abnutzung der Zähne, in schweren Fällen zu einem um mehrere Millimeter verkürzten Abrasionsgebiss. Hier liegt kein Zahnrelief aus Höckern und Grübchen mehr vor und die für eine harmonische Okklusion erforderliche Bissführung der Front- und Eckzähne ist nicht mehr gegeben.

Als kopfferne Ursachen gelten auch funktionelle Störungen von Wirbelsäule oder Becken, die sich auf Stellung und Funktion von Zähnen und Kiefergelenken auswirken können.

Risikofaktor II: Stress – psycho-emotionale Belastung

Die heutige Leistungsgesellschaft führt zu einer erheblichen Zunahme der allgemeinen Stressbelastung. Viele Menschen neigen dazu, hohe berufliche oder familiäre Belastungen und Spannungen über das Kausystem abzureagieren. Beim unkontrollierten Knirschen und Pressen nachts aber auch tagsüber (Wachbruxismus),  werden psycho-emotionale Belastungen verarbeitet. Der Volksmund spricht von „mit den Zähnen knirschen“ oder „die Zähne zusammenbeißen“, wenn unangenehme Gefühle oder Situationen verarbeitet werden müssen.
Anhaltender Stress mit emotionaler Anspannung führt zur Verspannung der Muskulatur des Kausystems und damit zur Entstehung und Chronifizierung unterschiedlicher CMD-Symptome.

Behandlung mit zwei Hauptzielen – Korrektur der Zahnfehlstellungen und Stressbewältigung

Da die Stellung der Zähne auch die Position der Kiefergelenke beeinflusst, ist es wichtig, Zahnfehlstellungen unter Berücksichtigung der zentrischen Kiefergelenkposition zu korrigieren.
Eine Korrektur von Zahnfehlstellungen sollte von spezialisierten Zahnärzten als CMD-Therapeuten vorgenommen werden, die mit spezialisierten Zahntechnikern zusammenarbeiten, besonders wenn es um die prothetische Versorgung von Abrasionsgebissen geht. Die behandelnden Zahnärzte sollten die neurophysiologischen Zusammenhänge von Okklusion und Kiefergelenkposition kennen, um gelenknahe und gelenkferne Schmerzen und Symptome richtig zu interpretieren.

Zudem sind begleitende Maßnahmen zur Stressbewältigung und zur Muskelentspannung wichtig für den Behandlungserfolg. Hilfreich ist auch die tägliche Selbstbeobachtung und Bereitschaft zu Verhaltensänderungen.
Ansprechpartner hierfür sind spezialisierte Physiotherapeuten, Osteopathen und ggf. Psychologen.

Hier finden Sie CMD-Therapeuten, die Zahnfehlstellungen korrigieren

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