CMD-Diagnostik – Funktionsdiagnostik in der Zahnarztpraxis

Warum Funktionsanalyse und Funktionstherapie bei CMD?

In zunehmendem Maße sind Zahnärztinnen und Zahnärzte mit funktionell verursachten Kopf- und Gesichtsschmerzen konfrontiert, den Symptomen einer craniomandibulären Dysfunktion CMD, deren Behandlung komplex ist, viel Fachwissen und die Bereitschaft zu interdisziplinärer Zusammenarbeit erfordert.

Vertiefendes Fachwissen über zahnärztliche Funktionsanalyse und -therapie zur CMD-Diagnostik, muss durch Weiterbildungen erworben werden, denn die für die Patienten so bedeutsame Thematik CMD und Funktionsdiagnostik, wird während des Zahnmedizinstudiums nur unzureichend vermittelt.

Zahnärztliche Funktionsanalyse und -therapie ist ein klassisches Weiterbildungsfach der Zahnmedizin, das im Studium nur grundlegend behandelt wird.

Statement der Universität Greifswald

 

Funktionsanalyse

Was sind funktionsanalytische und –therapeutische Maßnahmen?

Funktionsanalytische und funktionstherapeutische Maßnahmen haben den Zweck, Störungen der Funktion der Zähne, der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur zu diagnostizieren und zu beheben.

1. Klinische und manuelle Funktionsanalyse (FAL) durch den Zahnarzt

Grundlage einer fundierten CMD-Diagnostik ist die klinische und manuelle Funktionsanalyse (FAL) durch den Zahnarzt. Diese Untersuchung umfasst Maßnahmen „ohne Einsatz von Instrumenten“, wie die Aufnahme von Krankengeschichte und Voruntersuchungen, die Erfassung von Schmerzsymptomen, Fehlstellungen der Zähne bzw. von nicht physiologischen

Zahnkontakten, die Untersuchung und das Abtasten der Kaumuskulatur sowie die Feststellung von Kiefergelenkgeräuschen oder Einschränkungen von Kaubewegung und Mundöffnung.

Im Rahmen der klinischen Funktionsanalyse ist auch die Abklärung der Lebenssituation des Patienten wichtig. So spielt beispielsweise psycho-emotionaler Stress eine entscheidende Rolle bei Entstehung und Entwicklung von craniomandibulären Dysfunktionen.

Artikulator
Artikulator

2. Instrumentelle Funktionsanalyse = Okklusionsanalyse 

An die klinische Funktionsanalyse schließt sich die instrumentelle Funktionsanalyse an, bei der ein Kausimulator, der sog. Artikulator zum Einsatz kommt. Der Artikulator simuliert die individuellen Zahnkontakte bei unterschiedlichen Kiefergelenkpositionen, ohne dass Reflexe oder Muskelspannung das Bild verfälschen.

Ziel der instrumentellen FAL ist die Ermittlung der Kontaktverhältnisse der Zähne von Ober-und Unterkiefer, der sog. Okklusion, zur idealen Kiefergelenkposition.

Zunächst nimmt der Zahnarzt Abdrücke zur Herstellung von hochwertigen Gipsmodellen von Ober- und Unterkiefer des Patienten. Diese Modelle werden im Artikulator zueinander positioniert, die Zähne stehen dabei in der sog. habituellen, also der gewohnheitsmäßigen Schlussbisslage.

Um das Verhältnis der Zähne bei idealer Lage der Kiefergelenke zu ermitteln, führt der Zahnarzt dann eine Bissnahme am Patienten durch, die sog. Tageszentrik (Zentrik-Registrat). 

Das Unterkiefermodell wird anschließend mit dem Biss-Registrat zum Oberkiefermodell im Artikulator positioniert. Aus möglichen Abweichungen zwischen habitueller Position und Tageszentrik-Position lassen sich dann evtl. notwendige therapeutische Maßnahmen ableiten. 

Funktionstherapie mit dem DROS®-Konzept

Spezialisierte Zahnärzte und Zahntechniker wenden für die manuelle und instrumentelle Funktionsanalyse das DROS®-Konzept an. Die diagnostische Oberkiefer-Aufbissschiene, DROS®-Schiene, ist dabei ein wichtiges Hilfsmittel zur Ermittlung der Fehlfunktion von Zähnen und Kiefergelenken und zur Entspannung der Kaumuskulatur.

Mit der DROS®-Schienentherapie wird in ca. 7-10 Wochen eine stabile Kiefergelenkposition erreicht. Über ein diagnostisches Wax-up kann daraus die ideale Position von Ober – und Unterkiefer abgeleitet und entschieden werden, ob prothetische, kieferorthopädische oder Einschleifmaßnahmen notwendig sind. 

Hier finden Sie spezialisierte Zahnärzte/Kiefergelenksdiagnostiker in Ihrer Nähe.

 

 

Physiologische Position des Diskus artikularis
Physiologische Position des Diskus artikularis

Bumann, A., Lotzmann, U., Farbatlanten der Zahnmedizin 12, Funktionsdiagnostik und Therapieprinzipien, 2000, Stuttgart

 

Radiologische Diagnostik bei CMD 

Als ergänzendes Diagnostikverfahren ist die Magnetresonanztomographie (MRT) geeignet.

Ziel der Untersuchung des Kiefergelenks mit bildgebenden Verfahren, ist die Erfassung von klinisch vermuteten Anomalien und Funktionsstörungen. In den letzten Jahren hat sich dabei die Kernspintomographie (auch Magnetresonanztomographie, MRT genannt) als wesentliches diagnostisches Hilfsmittel entwickelt. Sie erlaubt eine Beurteilung von knöchernen Strukturen und Weichgewebe und ist somit die einzige Methode mit der alle am Kiefergelenk beteiligten Strukturen dargestellt werden können.

Mit der MRT sind aber nicht nur Aussagen über entzündliche oder degenerative Veränderungen möglich, sondern auch über den Funktionszustand des Gelenks. Die Untersuchung ist für den Patienten nicht belastend (es kommen keine Röntgenstrahlen zur Anwendung) oder schmerzhaft. 

Insbesondere die MRT des Kiefergelenks liefert ein klares Bild der individuellen Anatomie, sowie der Position der verschiedenen Strukturen innerhalb des Kiefergelenks.

Werden die Kosten für die Funktionsanalyse und –therapie erstattet?

Funktionsanalytische und funktionstherapeutische Leistungen gehören nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Bei privat versicherten Patienten sind sie – je nach Tarif – im Versicherungsschutz eingeschlossen. Voraussetzung für einen Leistungsanspruch ist der Nachweis für die medizinische Notwendigkeit dieser Maßnahmen.

Zahnärztliche Funktionsdiagnostik ist Prävention

Die Erstattungspraxis der gesetzlichen Krankenkassen ist nicht nachvollziehbar, wirken funktionsdiagnostische und –therapeutische Maßnahmen doch in hohem Maße präventiv, indem sie Spätschäden an den Kiefergelenken vorbeugen und den Patienten gesundheits- und geldraubende Arzt-Odysseen ersparen helfen.

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