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Okklusion in der Zahnmedizin

Was versteht man unter Okklusion?

Unter Okklusion versteht man die Verzahnung, d.h. jeden Kontakt der Zähne des Oberkiefers mit denen des Unterkiefers.

Normalerweise berühren sich die Zähne nur wenige Minuten am Tag, die überwiegende Zeit liegen sie in einem Abstand von 2-4 mm, der Unterkiefer befindet sich in Ruhelage.

Auch beim Kauen findet kein direkter Zahnkontakt statt, die Nahrung liegt zwischen den Zähnen, ohne dass sich diese berühren. Nur beim Schlucken bzw. am Ende des Schluckvorgangs kommt es zu einem kurzen Zahnkontakt mit geringer Kraft.

Okklusion in der Zahnmedizin
Okklusion in der Zahnmedizin

Okklusale Vorkontakte oder Frühkontakte können funktionelle Störungen im Kausystem auslösen.
Sie können mit Artikulationspapier nachgewiesen werden.
Bei harmonischer Okklusion sind die Zahnkontakte zentrisch.

Die Okklusion als zentrales Thema in der Zahnheilkunde

Die Okklusion gilt als zentrales Thema in der Zahnheilkunde, denn sie spielt eine große Rolle bei der Entstehung von craniomandibulären Dysfunktionen, CMD und demnach auch bei der Behandlung dieser Funktionsstörungen des Kausystems.

Für eine erfolgreiche Therapie sind Kenntnisse der zahnärztlichen Funktionslehre erforderlich, wie die biomechanischen und geometrischen Gesetzmäßigkeiten der okklusalen Gestaltung der Kauflächen, die Funktion der Kiefergelenke, die komplexen neuromuskulären Zusammenhänge und besonders die Wechselwirkung zwischen Okklusion und Kiefergelenkposition.

Aus zahnärztlicher Sicht spielt die Okklusion eine weit wichtigere Rolle als die Ästhetik, denn sie kann Auswirkungen auf die Gesamtgesundheit des Patienten haben.

Nach den Richtlinien der DGZMK gibt es im Detail Okklusions-Unterschiede.

Merkmale einer harmonischen Okklusion – gesundes Regelgebiss

Ein gesundes Regelgebiss mit harmonischer Okklusion zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • perfekte Seitenzahnabstützung
  • steile Eckzahnführung
  • gleichmäßige Frontzahnführung
  • stabile Gelenkposition 

Alle okklusalen Strukturen, die Kauflächen, Fissuren und Höcker der Zähne, folgen zusammen mit den Strukturen der Kiefergelenke einer einheitlichen Biomechanik. Beim Zusammenspiel der Zähne im Schlussbiss sind die Zahnkontakte harmonisch, die Kiefergelenke seitengleich stabil positioniert, die Bewegungen des Unterkiefers verlaufen störungsfrei, die Kaumuskulatur und alle Strukturen des kraniomandibulären Systems sind entspannt.

Okklusionsstörungen und mögliche Folgen

Abweichungen von der regelrechten Verzahnung können zu Kaufunktionsstörungen führen. Besonders Vorkontakte/Frühkontakte, das bedeutet ein vorzeitiges Aufeinandertreffen von einzelnen Zähnen im Front-oder Seitenzahnbereich, sind verantwortlich für einen unnatürlichen Abrieb der Zähne.

Die Zahnhartsubstanz geht verloren, die Zähne werden kürzer, ein „falscher Biss“ entwickelt sich und die Kiefergelenke werden überbelastet.

Durch Pressen und Knirschen mit den Zähnen mit sehr hoher Kaukraft wird dieser Prozess verstärkt. In Folge kommt es zu massiven Verspannungen der Kau-, Gesichts- und Kopfmuskulatur mit Auswirkungen auf andere Körperregionen.

Psychoemotionaler Stress gilt als wesentlicher Verstärkerfaktor im Krankheitsgeschehen.

Okklusionsstörungen können auch zu Körperfehlhaltungen führen bzw. dazu beitragen und entsprechende Muskel- und Gelenkbelastungen auslösen.

Nach den Richtlinien der DGZMK werden auch bei Okklusionsstörungen Unterschiede definiert.

Diagnose und Therapie von Okklusionsstörungen

Nicht in jedem Fall müssen Okklusionsstörungen behandelt werden. Der Körper verfügt über wirksame Mechanismen zur Anpassung (Adaptation) an und zum Ausgleich (Kompensation) von okklusalen Störungen. Kommt es aber in Folge der okklusalen Abweichungen zur Überbelastung von Muskulatur und Gelenken im Kausystem, ist eine Therapie erforderlich.

Aufgrund der Vielzahl der Symptome in unterschiedlichen Körperbereichen müssen Diagnose und Therapie von Okklusionsstörungen und craniomandibulären Dysfunktionen gemeinsam in einem interdisziplinären Therapeutenteam erfolgen.

Der Zahnarzt als Okklusionstherapeut

In diesem Team kommt dem Zahnarzt als Funktionsanalytiker und Kiefergelenkdiagnostiker die Beurteilung der Okklusion zu. Wichtige Voraussetzung für eine eindeutige Befundung von Okklusion bzw. gestörter Okklusion ist eine instrumentelle Funktionsanalyse mit Simulation der Okklusionsverhältnisse in einem Kausimulator.

Für die okklusale Kontrolle sind Hilfsmittel im Einsatz wie ein Kaukissen, sog. Aqualizer.

Ein wirksames Konzept für Diagnose und Therapie von Okklusionsstörungen und Kiefergelenkproblemen ist das DROS®-Schienentherapiekonzept, das von spezialisierten Zahnärzten und Zahntechnikern als „OKKLUSIONSTHERAPEUTEN“ angewendet wird. Das Konzept basiert auf der Okklusions- und Kiefergelenkpositionierungsschiene DROS®.

Behandlungsziel ist ein gesundes, beschwerdefreies, funktionelles und ästhetisches Gebiss.

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