14. Mai 2019
Implantologie

Was ist ein Stiftzahn oder eine Stiftkrone?


Zahn und Zahnimplantat

Zahn und Zahnimplantat

Die Stiftkrone aus dem Dentallabor

Ein Stiftzahn – auch Stiftkrone oder stifttragende Krone genannt – ist Zahnersatz, der im Meister-Dentallabor aus Keramik, Metall (z. B. Gold) oder Kunststoff angefertigt wird. Der Stiftzahn besteht aus zwei Teilen: einem dünnen Stift und einer künstlichen Krone. Früher waren die beiden Teile fest miteinander verbunden, daher stammt auch noch der Begriff Stiftzahn. Der Vorteil bei einer zweiteiligen Stiftkrone liegt auf der Hand: Sollte die Krone einmal beschädigt oder defekt sein, so kann man diese relativ einfach ersetzen.
 

Wo wird ein Stiftzahn eingesetzt?

Diese Art des Zahnersatzes verwenden Zahnärzte und Zahnärztinnen in der Prothetik-Praxis zum Wiederaufbau stark geschädigter Frontzähne. In die noch vorhandene natürliche Wurzel wird zunächst der Stift eingesetzt und fest verankert, was einen beschädigten Zahn stabilisiert. Im nächsten Schritt wird dann die künstliche Zahnkrone darauf befestigt. Dies ist auch möglich, wenn der Zahn bereits wurzelbehandelt ist. Eigene Zahnsubstanz bleibt damit teilweise erhalten.
 

Welches Risiko besteht beim Stiftzahn?

Genau hier liegt aber auch die Gefahr bzw. das Risiko: Die eigene Zahnwurzel unterliegt – wie jedes Organ – einem gewissen Alterungsprozess. Wenn die Wurzel dem Kaudruck nicht mehr standhält, kann sie geschädigt werden. Die Versorgung mit dem Stiftzahn ist damit nicht länger möglich. Dieser muss dann wieder entfernt werden, um den Patienten anderweitig mit Zahnersatz zu versorgen. Eine Lücke länger unversorgt zu lassen ist nicht empfehlenswert, da eine Lücke Auswirkungen auf den gesamten Kiefer haben kann, u.U. kann es zu Zahnfehlstellungen führen, ebenso setzt Knochenschwund ein.

Die Kosten für Stiftzähne lassen sich nicht pauschal beziffern und hängen vom Arbeitsaufwand und vom verwendeten Material ab. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen normalerweise nur einen Teil im Rahmen der Regelversorgung. Deshalb sollte sich jeder Patient vor der Behandlung vom Zahnarzt oder von seiner Krankenkasse über die Kosten für eine Stiftkrone aufklären lassen.

Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel – beim Stiftzahn ist noch eine intakte eigene Zahnwurzel als Basis vorhanden.
Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel – beim Stiftzahn ist noch eine intakte eigene Zahnwurzel als Basis vorhanden.
Bildquelle: ©Nobel Biocare Services AG

 

Stiftzahn und Zahnimplantat – worin unterscheiden sie sich?

Häufig werden die Begriffe Stiftzahn bzw. Stiftkrone und Zahnimplantat miteinander verwechselt. Tatsächlich gibt es vom Aufbau und der Behandlungsmethode her Ähnlichkeiten, so dass dies nicht verwunderlich ist.
 

Wo liegen die Unterschiede zwischen Stiftzahn und Implantat?

Der entscheidende Unterschied zwischen einem Stiftzahn und einem Implantat ist, dass beim Stiftzahn noch eine intakte eigene Zahnwurzel als Basis vorhanden sein muss. Nur hier kann der Zahnarzt den Stift mit genügend Halt fixieren, d. h. mit speziellem Zement einzementieren. Gleichzeitig gibt es hier ein gewisses Gefahrenpotential: Sollte die Zahnwurzel sich entzünden und erkranken, muss die Stiftkrone wieder entfernt werden, damit von neuem behandelt werden kann.

Ein Zahnimplantat hingegen ist eine künstliche Zahnwurzel, die als Ersatz für eine eigene Zahnwurzel im Kiefer eingesetzt wird, wenn diese nicht mehr erhaltungswürdig ist. Auf der Implantatschraube befestigt dann der Zahnarzt oder Implantologe das sogenannte Abutment als Verbindungsstück und die Implantatkrone.

Das Implantat wächst fest in den Kieferknochen ein und verhindert gleichzeitig Knochenabbau, da die natürliche Funktion erhalten bleibt und die Kaukräfte den Kiefer auf natürliche Weise belasten. Der im Dentallabor individuell angefertigte Zahnersatz ist ästhetisch schön und für die anspruchsvollsten Patienten geeignet. Zahnwurzeln werden meist aus Titan hergestellt, es gibt jedoch auch biokompatible Materialien wie Keramik, die für Allergiker hervorragend geeignet sind und auch von Menschen bevorzugt werden, die kein Metall im Mund haben wollen.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, dass Zahnimplantate an jede Stelle in den Kiefer eingesetzt werden können, während Stiftzähne nur im Frontzahnbereich Verwendung finden.
 

Haltbarkeit von Stiftzähnen und Zahnimplantaten

Ein Zahnimplantat ist sehr hochwertig und sehr langlebig. Oft verbleibt es 20 Jahre oder sogar ein Leben lang im Körper. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen und schwanken je nach verwendetem Material und Arbeitsaufwand. Trotzdem ist es manchmal sinnvoll, sich sofort für ein Implantat zu entscheiden, denn normalerweise haben Stiftzähne eine vergleichsweise geringere Lebensdauer.


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