Diagnostik in der Kieferorthopädie

Diagnostische Maßnahmen für die KFO-Behandlungsplanung

Eine kieferorthopädische Behandlung ist meist eine längere Therapie, die genau geplant werden muss, um einen langfristigen Behandlungserfolg sicherzustellen. Deshalb ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Patienten und dem Fachzahnarzt oder der Fachzahnärztin für Kieferorthopädie von besonderer Bedeutung. Als Basis für die Therapieplanung dient die individuelle Diagnose, die selbstverständlich vor jedem kieferorthopädischen Eingriff erfolgt. Im persönlichen Beratungsgespräch wird geklärt, ob ein Eingriff notwendig und welche Maßnahme ggf. zur Korrektur der Zahn- oder Kieferfehlstellung geeignet ist.

Entscheidend ist auch, dass der Patient zur langfristigen Mitarbeit bereit ist, denn hier geht es u.a. um akribische häusliche Mundhygiene und zuverlässige Wahrnehmung der Termine in der Praxis für Kieferorthopädie. Sofern es sich um herausnehmbare Zahnspangen handelt, müssen diese sehr regelmäßig getragen werden, deshalb ist die Zuverlässigkeit des Patienten von großer Wichtigkeit.
 

Was ist zur Diagnostik wichtig?

Anamnesebogen

Im sogenannten Anamnesebogen werden die Patientendaten abgefragt und ein Fragebogen ausgefüllt. Hier werden die für die Kieferorthopädie relevanten Leitsymptome abgefragt.
Neben dem aktuellen Mundgesundheitsstatus ist in diesem Zusammenhang auch die Allgemeingesundheit des Patienten sehr wichtig. Besonderes Augenmerk ist u.a. auf Herzerkrankungen, Diabetes oder Blutgerinnungsstörungen zu richten. Zu beachten ist auch, ob Medikamente eingenommen werden müssen oder ob eine Schwangerschaft vorliegt. Ernährungsgewohnheiten werden ebenso abgefragt wie Unfälle oder möglicherweise in der Familie vorliegende erbliche Belastungen.

Diagnostik in der Kieferorthopädie: OPG – Panoramaröntgenaufnahme: Die Röntgenübersichtsaufnahme erlaubt die Beurteilung von Zähnen, Kieferhöhlen und Kieferknochen.
Diagnostik in der Kieferorthopädie: OPG – Panoramaröntgenaufnahme:<br/>Die Röntgenübersichtsaufnahme erlaubt die Beurteilung von Zähnen, Kieferhöhlen und Kieferknochen.
Bildquelle: ©GZFA

 

Diagnostik

Vor jeder kieferorthopädischen Behandlung wird zunächst eine Panoramaröntgenaufnahme (OPG) von Gebiss und Kieferknochen angefertigt. Details, wie zum Beispiel Knochenvolumen, quer liegende oder verlagerte Zähne sind auf den Röntgenbildern erkennbar. Mit den Röntgenaufnahmen können auch krankhafte Veränderungen wie z. B. Zysten, überzählige oder nicht angelegte Zähne oder Tumore aufgefunden werden.

Bei Kindern kommt noch die sogenannte Wachstumsdiagnostik, d. h. eine Aufnahme des Schädels mit Hilfe eines Fernröntgenbildes, hinzu. Aus dem daraus ersichtlichen knöchernen Aufbau des Kopfes kann eine Voraussage zum weiteren Kieferwachstum gemacht werden. Anomalien können beurteilt werden. Manchmal wird es sogar notwendig, ein weiteres Röntgenbild der Hand aufzunehmen, weil der Verknöcherungszustand der Gelenkfugen Aufschluss über das weitere Wachstum gibt.

Damit im zahntechnischen Labor ein genaues Modell des gesamten Gebisses hergestellt werden kann, werden außerdem noch Abdrücke von beiden Kiefern (Ober- und Unterkiefer) genommen. Das Modell dient der Befunderhebung, der Dokumentation und der Auswahl der Geräteplanung. Auch wird es benötigt, um zu jedem Zeitpunkt den Therapiefortschritt bzw. Therapieerfolg prüfen zu können.

Diagnostik in der Kieferorthopädie: Modelle von Ober- und Unterkiefer.
Diagnostik in der Kieferorthopädie: Modelle von Ober- und Unterkiefer.
Bildquelle: ©GZFA

 

Funktionsdiagnostik vor der kieferorthopädischen Behandlung

Bei der Funktionsdiagnostik des Gebisses werden mehrere Aspekte des gesamten Mundraums zur Befunderhebung herangezogen. Hierzu gehören Zunge, Kiefergelenke und Lippen, aber auch die Atmung wird untersucht.

Bei der Zunge wird geprüft, wie diese genau liegt und ob sie möglicherweise permanent auf die Zahnreihen drückt oder über die Zahnränder hinausgeht.

Die Kiefergelenke werden auf korrekte Funktionalität untersucht. Bruxismus (Pressen der Zähne) und Zähneknirschen können Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit haben.  Manche Zahn- bzw. Kieferfehlstellungen können einen Zwangsbiss, hohe Abnutzung, einseitige Belastung oder Ähnliches verursachen und damit eine craniomandibuläre Dysfunktion/CMD auslösen, mit völlig unterschiedlichen Beschwerdesymptomen. In diesen Fällen sollte eine spezielle Funktionsdiagnostik eingeleitet, eine diagnostische Schienentherapie bzw. eine Kiefergelenkbehandlung durchgeführt bzw. der kieferorthopädischen Behandlung vorgeschaltet werden.

Diagnostische Schienentherapie zur Kiefergelenkbehandlung mit der DROS® Oberkiefer-Aufbissschiene.
Diagnostische Schienentherapie zur Kiefergelenkbehandlung mit der DROS® Oberkiefer-Aufbissschiene.
Bildquelle: ©GZFA

Die Atmung spielt bei der Mund- und Allgemeingesundheit eine große Rolle. Eine dauerhafte Mundatmung löst nicht nur häufige Erkältungskrankheiten aus, sondern trocknet den gesamten Mundraum aus. Der Speichelfluss, der für die Zähne automatisch eine Selbstreinigungsfunktion übernimmt, ist gestört. Damit ist die Gefahr einer bakteriellen Zahnerkrankung, wie Karies und Parodontitis höher. Besonders negativ wirkt sich Mundatmung aber auf das Gesichtswachstum aus. Der Kiefer kann sich nach unten verlängern und klafft auseinander. Als Folge davon kann ein sogenannter offener Biss entstehen.
 

Therapievorschlag nach der kieferorthopädischen Diagnostik

Nach einer umfassenden Untersuchung und der individuellen Beratung des Patienten, ermittelt der Kieferorthopäde die geeignete Maßnahme, ob die Versorgung mit einer festsitzenden Zahnspange oder einer herausnehmbaren Zahnspange in Frage kommt. Darüber erstellt er anschließend mit großer Sorgfalt und viel Erfahrung einen detaillierten Heil- und Kostenplan. Aus diesem ergeben sich die Prognosen für die Behandlungsdauer und die voraussichtlichen Kosten der kieferorthopädischen Therapie.

Die zur Befunderhebung angefertigten Modelle und Röntgenaufnahmen des Gebisses liefern im Laufe der Therapie wichtige Informationen zum Behandlungsfortschritt. Die sichtbaren Erfolgserlebnisse motivieren die Patienten oft zum Durchhalten und sind deshalb enorm wichtig.

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