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Zervikogener Kopfschmerz


Wenn der Kopfschmerz im Nacken entsteht

Mit dem Ausdruck „zervikogene Kopfschmerzen“ werden Kopf- und Nackenschmerzen bezeichnet, die ihre Ursache in Veränderungen der Halswirbelsäule oder auch muskulären Verspannungen im Hals- und Nackenbereich haben. Sie entstehen also nicht im Kopf selbst, sondern werden aus der Nackenregion weitergeleitet.

Nach Migräne, Spannungskopfschmerz und medikamentenbedingtem Kopfschmerz, kommt der zervikogene Kopfschmerz an vierthäufigster Stelle. Er kann auch kombiniert mit den beiden erstgenannten Kopfschmerzarten auftreten.

Der zervikogene Kopfschmerz tritt in Form von meist einseitigen Attacken über mehrere Stunden auf, aber auch als Dauerschmerz von wechselnder Intensität.

Die Drehbewegung des Kopfes ist durch eine Verspannung der Nackenmuskulatur und der oberen Halswirbelsegmente beeinträchtigt, von denen Schmerzen zum Hinterkopf, mitunter bis Stirn, Schläfe und Gesicht, gelegentlich bis zum Auge ausstrahlen. Die genannten Regionen werden von den Nervenbahnen aus den oberen Halswirbeln mitversorgt. Oft bewegt sich der Patient auch bereits in einer ausgeprägten Schonhaltung, zu einer Seite neigend. Nicht selten schmerzen auch Schultern und Arme. Die Symptome verstärken sich durch Druck auf die entsprechenden Muskeln und Dornfortsätze im Gebiet des zweiten und dritten Halswirbels. 

Tastet man diesen Bereich mit den Fingern ab, während er Patient sich bewegt, so kann man sehr leicht Blockaden feststellen, denen Entzündungen zugrunde liegen. Zusätzlich gibt der Patient Schmerzen beim Drehen und Neigen des Kopfes nach rechts oder links sowie beim Bewegen nach vorne und nach hinten an.

Abklärung durch den Orthopäden

Trotz großer Beeinträchtigung von Lebensqualität und Leistungsfähigkeit von Millionen Betroffener, ist der zervikogene Kopfschmerz immer noch unterschätzt und in Wissenschaft und medizinischer Praxis häufig vernachlässigt.

Wie andere Kopfschmerzarten auch, sollte der zervikogene Kopfschmerz interdisziplinär behandelt werden. Wichtiger erster Ansprechpartner ist der Orthopäde. Er kann mit bildgebenden Verfahren Veränderungen an der Halswirbelsäule nachweisen und beurteilen, ob vorliegende Veränderungen tatsächlich schmerzauslösend sind. Umgekehrt kann er beurteilen, ob die Kopfschmerzen trotz röntgenologisch intakter Halswirbelsäule vom Halsbereich ausgehen. Therapeutisch verfügen spezialisierte Orthopäden über sehr effektive Methoden der Manualtherapie.

Abklärung auch durch den Zahnarzt

Für Verspannungen der Nackenmuskulatur können auch Fehlfunktionen der Zähne und Überlastungen und Entzündungen im Bereich der Kiefergelenke verantwortlich sein. Starkes Knirschen und Pressen kann die Kau- Kopf- und Nackenmuskulatur massiv anspannen. Der auftretende Kopfschmerz entsteht infolgedessen auch im Nackenbereich.

Ein Zahnarzt, der sich auf Funktionsdiagnostik spezialisiert hat, kann durch eine Funktionsanalyse feststellen, ob der zervikogene Kopfschmerz möglicherweise in Zusammenhang steht mit einer Fehlfunktion im Kausystem.


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