Wurzelkaries: Plötzliche Zahnschmerzen und Zahnverlust

28. September 2021
Pressemeldung

Wurzelkaries: Plötzliche Zahnschmerzen und Zahnverlust


Zahnwurzelentzündung: Ursachen, Symptome und Behandlung

Wie wird eine Zahnwurzelkaries erfolgreich behandelt?

Bohrend, pochend, ziehend oder druckempfindlich: Quälend sind Zahnschmerzen immer. Sie können so beeinträchtigend und stark sein, dass alles andere in den Hintergrund tritt und der normale Alltag unmöglich wird. Ein schneller Besuch beim Zahnarzt oder bei der Zahnärztin ist nötig, um die Schmerzursache abzuklären und sich Hilfe zu holen. Plötzliche Zahnschmerzen werden als Notfälle behandelt und Schmerzpatienten werden in jeder Zahnarztpraxis bei der Terminvergabe bevorzugt, wenn dies im Telefonat deutlich ausgesprochen wird. Am Wochenende muss man sich an den zahnärztlichen Notdienst wenden.

Zahnschmerzen können vielseitige Ursachen haben. Sie können plötzlich und dauerhaft auftreten oder nur beim Kauen, manchmal verschwinden sie sogar von allein wieder. Um die richtige Behandlung zu wählen, ist die genaue Diagnostik wichtig, um die Schmerzursache zu finden, zu beseitigen und um einen drohenden Zahnverlust zu verhindern.

In der Zahnarztpraxis werden zunächst im ausführlichen Anamnesegespräch die Schmerzsymptomatik abgefragt und der Schmerzbereich eingegrenzt. Danach werden Zähne und Zahnfleisch vom Behandler untersucht. Röntgenaufnahmen, Vitalitätstests mit einem Kältereiz und die Untersuchung mit einer Sonde gehören dazu, um den Ausgangspunkt der Schmerzen zu lokalisieren, der nicht selten in einer kariösen Zahnwurzelentzündung liegt.

Wurzelkaries: Plötzliche Zahnschmerzen und Zahnverlust - Ursachen, Symptome und Behandlung.
Wurzelkaries: Plötzliche Zahnschmerzen und Zahnverlust - Ursachen, Symptome und Behandlung.
Bildquelle: ©GZFA
 

Ursachen und Entstehung einer Zahnwurzelentzündung

Karies ist die häufigste Ursache für eine Zahnwurzelentzündung. Bei Karies denken viele an das berühmte Loch im Zahn. Umgangssprachlich wird die Zahnerkrankung auch Zahnfäule genannt. Karies ist eine bakterielle Infektion im Mundraum, unter der schätzungsweise 95 % der Menschen in Industrienationen leiden. Die Volkskrankheit Karies gehört zu den häufigsten Ursachen für Zahnschmerzen und Zahnverlust. Selbst Kleinkinder mit einem Milchgebiss können davon bereits betroffen sein. Oftmals begleiten plötzlich auftretende Zahnschmerzen das Krankheitsbild.

Wichtige Rollen bei der Entstehung von Kariesbakterien spielen die Mundhygiene und die Ernährungsgewohnheiten. Selbst regelmäßiges Zähneputzen ist keine Garantie gegen Kariesbildung. Die Bakterien können sich in Zahnbelägen (auch Plaque genannt) ansiedeln, die sich häufig in Zahnzwischenräumen sammeln, wo die Zahnbürste nicht hinkommt.

Die Bakterien benötigen Zucker, die von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln und Getränken geliefert werden. In einem chemischen Prozess verstoffwechseln die Bakterien Zucker, woraus als Abfallprodukt eine sehr aggressive Säure entsteht. Obwohl der Zahnschmelz das härteste Material des menschlichen Körpers ist, können die Säuren den Schutzmantel der Zähne angreifen und zerstören. Kariesbakterien fressen geradezu Löcher hinein. Im Zahninneren reagiert das Immunsystem mit einer Entzündung.

Allererste Anzeichen von Karies oder Zahnhalskaries sind raue Stellen meist oberhalb des Zahnfleischrandes, die man mit dem bloßen Auge als weiße Stellen erkennen kann. Wer solche Flecken bemerkt, sollte nicht nur die Mundhygiene optimieren und Zucker reduzieren, sondern schnellstmöglich beim Zahnarzt nachschauen lassen. Eine Ausbreitung lässt sich noch gut eindämmen, z. B. mit einem Fluorid-Lack als Versiegelung.

Unbehandelt schreitet die Zahnerkrankung voran, was innerhalb von sechs Monaten sogar bis zur kompletten Zerstörung eines Zahns führen kann. Es bilden sich zunächst kleine Löcher, die auch durch bräunliche Zahnverfärbung sichtbar werden können. Hinweise auf kariöse Zähne können Mundgeruch und Empfindlichkeit auf warme, kalte oder süße Speisen sein. Immer alarmierend sind leichtes Ziehen oder Schmerzen, die nicht von selbst wieder verschwinden. Alle kariösen Bereiche sollten schnellstmöglich entfernt und der betroffene Zahn mit einer Füllung versorgt werden, wofür unterschiedliche Materialien in Frage kommen.

Wurde eine Karies-Behandlung beim Zahnarzt zu lange hinausgezögert, kann sich die Karieserkrankung im Zahninneren ungehindert ausbreiten. Die Entzündung setzt sich über den Nerv des Zahnes fort und kann auf die Zahnwurzel übergehen. Gelangen die Kariesbakterien in die Wurzelspitze, können sie eine Wurzelspitzenentzündung auslösen. Da die Wurzelspitze im Kieferknochen verankert ist, kann die Infektion durch Wurzelkaries zu einer Schädigung des Knochens führen.

Neben Karies gibt es weitere Risiken, die eine Zahnwurzelentzündung verursachen können, dazu zählen:

 
Symptome einer Zahnwurzelentzündung

Druckgefühl und Schmerzen im entzündeten Bereich treten auf, anfangs üblicherweise nur als Aufbissschmerz beim Beißen oder beim Abklopfen des Entzündungsbereiches. In diesem Stadium der Erkrankung bestehen Heilungschancen. Die Pulpa-Schäden könnten sich noch zurückbilden, wenn die zahnärztliche Therapie schnell eingeleitet und mit Medikamenten unterstützt wird.

Bei schweren Entzündungs-Verläufen stirbt der Zahnnerv ab, was normalerweise mit plötzlichen, sehr starken und dauerhaften Zahnschmerzen verbunden ist. Der Zahnschmerz wird von Betroffenen als pochend oder pulsierend beschrieben. Wenn der Zahnschmerz plötzlich aufhört, ist der Zahn devital, also tot - und damit ist die Schmerzwahrnehmung unterbrochen. Die Schädigung des Nervs ist nicht reversibel. 

Wenn die Zahnnerven bereits massiv geschädigt sind, kann eine Zahnwurzelentzündung schmerzfrei verlaufen. Dies ist jedoch gefährlich, weil sich die Entzündung unbemerkt ausbreiten und chronisch werden kann. Es können sich Abszesse oder Fisteln bilden. Als Begleiterscheinung können Kinn und Wangen anschwellen. Die dicke Backe kann sich auch heiß anfühlen oder sogar Fieber auslösen. Sogar der Kieferknochen kann sich im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf entzünden und anschwellen.

Die Schmerzen einer durch Wurzelkaries entzündeten Zahnwurzel können auf andere Zähne ausstrahlen und darüber hinaus auch Gesichtsschmerzen auslösen, was die Ursachenforschung erschwert. Bei zurückgezogenem Zahnfleisch können sich außerdem die Zähne lockern. Möglicherweise werden Sekrete und Eiter aus den Zahnfleischtaschen abgesondert, was sich durch unangenehmen Mundgeruch bemerkbar machen kann.

Ebenso kann das Zahnfleisch auf den Entzündungsherd an der Zahnwurzel reagieren und Zahnfleischbluten und ein Zurückziehen des Gewebes auslösen. Damit liegen empfindliche Zahnhälse bzw. kleinste Dentinkanäle frei. Wenn das schützende Zahnfleisch fehlt, sind die empfindsamen Stellen äußeren Einflüssen ausgeliefert und sie reagieren auf heiße oder kalte Speisen. Der Schmerz wird als blitz- oder messerstichartig wahrgenommen.
 

Behandlung von Zahnwurzelentzündungen

Das Ziel einer Zahnwurzelbehandlung in der Endodontie ist der Erhalt des eigenen Zahns. Um weitere Schädigungen oder sogar Zahnverlust zu vermeiden, ist bei einer Zahnwurzelentzündung durch Karies jedoch schnelles Eingreifen eines Zahnarztes oder eines Endodontologen erforderlich. Von allein kann der Zahn meist nicht heilen.

Wo der genaue Infektionsherd liegt, wird in modernen Zahnarztpraxen mit Hilfe von Röntgendiagnostik festgestellt. Auf den Röntgenbildern wird auch das genaue Ausmaß der Entzündung erkannt. Darauf baut der Behandler die Therapie auf, die er mit dem Patienten oder der Patientin abstimmt.

Um eine Extraktion des Zahnes zu vermeiden, muss das Zahnmark (Pulpa) komplett entfernt werden. Hierfür werden alle Wurzelkanalgänge freigelegt, wofür viel Feingefühl und Erfahrung erforderlich ist. Da manche Zahnwurzeln mehrfach verzweigt und gebogen sind, werden sehr filigrane Instrumente benötigt. Darüber hinaus wird ein modernes Dental-Mikroskop verwendet, das durch hocheffiziente LED-Technik den Behandlungsbereich optimal ausleuchtet. Es ist immens wichtig, das gesamte entzündete Gewebe komplett zu entfernen, was durch die perfekte Ausleuchtung und die enorme Vergrößerung durch das Mikroskop ermöglicht wird. Die Erfolgsaussichten zum langfristigen Zahnerhalt steigen dadurch immens.

Sobald die Kariesbakterien an der Wurzel und alle noch so kleinen Reste des entzündeten Gewebes entfernt wurden, wird der Behandlungsbereich bis in die Wurzelspitze hinein mehrfach mit einer Desinfektionslösung gespült. Zum Trocken werden feine Papierspitzen verwendet. Der Hohlraum im Zahninneren wird gegen das erneute Eindringen von Bakterien mit einer Wurzelfüllung versiegelt. In manchen Fällen ist es ratsam, den Wurzelkanal zunächst mit einer provisorischen Füllung zu versehen, um Symptomfreiheit sicher zu erreichen.

Als Füllungsmaterialien stehen diverse zahnmedizinische Pasten oder spezieller Zement zur Verfügung, über die der Endodontologe oder Zahnarzt informiert.

Da bei der Behandlung die Kauoberfläche des Zahnes durchbohrt werden musste, ist die Zahnkrone instabil geworden. Um den wurzelkanalbehandelten Zahn langfristig zu versorgen, ist nach Abschluss der Therapie das Anfertigen von Zahnersatz im zahntechnischen Labor (z. B. Krone, Teilkrone oder Inlay) notwendig, um den Zahn ästhetisch und funktionell wiederherzustellen. Hierfür kommen langlebige und hochleistungsfähige Substanzen wie z. B. Gold oder biokompatible Materialien wie Vollkeramik, Zirkonkeramik oder Composite in Frage.

Die erfolgreiche Wurzelbehandlung hat den Vorteil, dass der natürliche Zahn fest im Kiefer sitzt und die natürliche Kaufunktion erhalten bleibt. Kostenintensiver Zahnersatz (z. B. ein Implantat) ist nicht notwendig. Darüber hinaus kann der gerettete Zahn als Stützpfeiler fungieren, sofern z. B. Brücken daran fixiert werden müssen. Optisch unterscheidet er sich nicht von einem vitalen Zahn, allerdings kann er im Laufe der Zeit von innen heraus etwas nachdunkeln. Da der wurzelbehandelte Zahn seine natürliche Position und Funktion beibehält, verhindert er Knochenschwund im Kiefer, da der Bereich durch die Kaukräfte natürlich durchblutet wird.

Um einen durch Wurzelkaries geschädigten Zahn zu behandeln, sind meist zwei Behandlungstermine beim Zahnarzt oder Endodontologen notwendig. Eine Sitzung in der Zahnarztpraxis dauert – je nach anatomischen Voraussetzungen – ca. eine Stunde.

Schmerzen bei der Entfernung von Wurzelkaries werden zuverlässig durch eine auf den Patienten abgestimmte Lokalanästhesie ausgeschaltet. Auf Wunsch kann zusätzlich bei Angstpatienten Lachgas verabreicht werden, was eine entspannende Wirkung hat. Sollte wider Erwartung eine Schmerzempfindung auftreten, wird sofort abgebrochen, um die Anästhesie anzupassen.
 

Kosten für die Behandlung einer Zahnwurzelentzündung

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nur, wenn es sich um einen erhaltungswürdigen Zahn handelt, wofür feste Kriterien gelten. Es hängt von der Position des Zahns ab und davon, ob bereits funktionstüchtiger Zahnersatz an diesem Zahn befestigt wurde. Der Heil- und Kostenplan, der sich für die reine zahnärztliche Behandlung in einem Kostenrahmen von ca. 600,00 € bis 1500,00 € belaufen kann, sollte zur Genehmigung vorab bei der Krankenkasse eingereicht werden. Wahlleistungen wie z. B. die Verwendung eines Dental-Mikroskops oder besonders aufwändige Röntgendiagnostik werden von gesetzlichen Krankenversicherungen nicht übernommen, obwohl diese Methoden die Erfolgsaussichten zum Zahnerhalt deutlich erhöhen.

Tipp: Gesetzlich Versicherte können sich mit einer rechtzeitig abgeschlossenen Zahnzusatzversicherung für Wurzelbehandlung mit entsprechender Tarifwahl gegen hohe Eigenleistungen bei Behandlung einer Zahnwurzelentzündung absichern.
 

Was kann man selbst gegen Wurzelkaries tun?

Häusliche Mundhygiene, zwei Mal jährlich einen Kontrolltermin beim Zahnarzt, regelmäßige Professionelle Zahnreinigungen und eine möglichst zuckerfreie Ernährung bieten gute Voraussetzungen, Wurzelkaries erst gar nicht entstehen zu lassen.

Bei jeder Veränderung der Zähne, des Zahnfleisches und bei jeder Wahrnehmung von Schmerzen sollten Betroffene umgehend ihren Zahnarzt konsultieren. Je schneller eine Therapie beginnt, desto geringer ist das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs oder Zahnverlustes durch eine Zahnwurzelentzündung.


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