CMD

Myoarthropathie: Funktionsstörungen im Kausystem


Der Begriff weist auf den Ursprung der Beschwerden hin, die in der Kaumuskulatur (Myopathie), in den Kiefergelenken (Arthropathie) oder in beiden (Myoarthropathie) liegen.

Eine Myoarthropathie des Kausystems zeigt sich als Schmerzen und Funktionsstörungen von Kaumuskeln und Kiefergelenken durch Stress und Fehlkontakte.

Myoarthropathie: Funktionsstörungen im Kausystem - Abrasionsgebiss als Auslöser von CMD.
Myoarthropathie: Funktionsstörungen im Kausystem - Abrasionsgebiss als Auslöser von CMD.
Bildquelle: ©GZFA

 

Andere Bezeichnungen wie Kiefergelenksyndrom oder Craniomandibuläre Dysfunktion CMD, bezeichnen das gleiche Krankheitsgeschehen:

Eine funktionelle Störung des Kauapparats mit den daran beteiligten knöchernen, muskulären und nervlichen Strukturen.

Etwa 20 % der Bevölkerung weisen behandlungsbedürftige Symptome einer Myoarthropathie auf, am häufigsten betroffen sind Frauen im Alter von 25 bis 50 Jahren. Aber auch bei Kindern und Jugendlichen nehmen Beschwerden im Kopf- Nacken- und Schulterbereich zu, die auf eine Myoarthropathie des Kausystems zurückgeführt werden können. 

Auftretende Schmerzen

Schmerzen treten auf im Bereich von Kiefergelenken, Gesicht und Wange, Kaumuskulatur und im Ohrenbereich. Kiefergelenke und Kaumuskeln sind oft druckempfindlich oder druckschmerzhaft. Aufgrund der Nähe von Kiefergelenk und Gehörgang, zählen auch Ohrenschmerzen und Tinnitus zu häufig beobachteten Symptomen.

Funktionelle Beschwerden

Zu den funktionellen Beschwerden gehören Probleme bei der Mundöffnung und beim Kauen. So kann die Unterkieferbeweglichkeit eingeschränkt oder völlig blockiert sein.

Häufig sind zudem Knack- und Reibegeräusche bei der Bewegung des Kiefers.

Auffällige erste Hinweise

Häufig sichtbar und tastbar sind deutlich verstärkte Kaumuskeln, oftmals auch stark abgenutzte, verkürzte Zähne, besonders deutlich in Form fehlender Eckzahnspitzen und abgeschliffener Schneidekanten der Frontzähne.

Gestörte Biomechanik als Ursache

Beim ungestörten Kauapparat sind die Strukturen von Zähnen und Kiefergelenken harmonisch aufeinander eingestellt. Die Verzahnung von Ober-und Unterkiefer ist optimal, die Kiefergelenke sind zentriert, die Kaumuskulatur ist in der Ruhelage maximal entspannt, die gesamte Biomechanik ist stimmig.

Ein gestörtes Zusammenspiel der Zähne jedoch führt zu unharmonischen Zahnkontakten mit unnatürlicher Abnutzung der Kauflächen, zur Überbelastung der Kaumuskulatur und in Folge zur Überbeanspruchung der Kiefergelenke.

Grundlage des Krankheitsgeschehens ist immer zuerst eine Myopathie, also eine verspannte und überbelastete Muskulatur, der dann eine Arthropathie, also eine Erkrankung des Gelenks nachfolgt.

Verspannte Muskeln durch Stress und Fehlkontakte der Zähne

Auslösende Faktoren für eine verspannte Kau- Kopf- oder Gesichtsmuskulatur sind psychoemotionaler Stress und Fehlkontakte der Zähne -  ein „falscher Biss“.

Stress wird über Zähneknirschen und Kieferpressen (Bruxismus) unter enormer Muskelkraft abgebaut, wodurch sich die Zähne abnutzen und Fehlkontakte entstehen. Diese Fehlkontakte der Zähne versucht das Zentralnervensystem ebenfalls über die Muskulatur auszugleichen.

Daraus resultierende muskuläre Hyperaktivitäten von Kau- und Kopfmuskeln setzen sich über neuromuskuläre Mechanismen in andere Köperregionen fort und treten dort beispielsweise als Schulter- oder Rückenschmerzen auf.

Fehlkontakte der Zähne entstehen aber sehr häufig auch durch unzureichende zahnärztliche, zahntechnische oder kieferorthopädische Behandlungen. So kann bereits eine einzige nicht perfekt passende Füllung die gesamte Biomechanik irritieren und damit das Kiefergelenk komprimieren.

Schädigung des Kiefergelenks

Der Myopathie, also der Schädigung der Muskulatur folgt die Arthropathie, die Schädigung des Gelenks.

Da das Kiefergelenk nicht in gleicher Weise belastbar ist wie andere Gelenke im Körper, wird es durch die enorm übersteigerten Kaumuskelkräfte überlastet und gequetscht. Die Zwischengelenkscheibe, der Diskus und die Gelenkschmiere nehmen Schaden, was sich dann als Gelenkknacken und/oder Gelenkschmerzen oder Probleme bei der Mundöffnung zeigt.

Durch anhaltendes Zähneknirschen und Zähnepressen mahlen Betroffene ihre Zähne oft mehrere Millimeter herunter. Dadurch verändert sich das Kaumuster von vertikal in Richtung horizontal, die erforderliche Biss-Führung durch die Front- und Eckzähne geht somit verloren.

Dieser Prozess beeinflusst auch die Position der Kiefergelenke. So werden die Kiefergelenkköpfchen (Kondylen) nach hinten oben (dorso-kranial) verlagert, geraten damit also aus der physiologischen Zentrik, der Gelenkspalt verengt sich. Durch die Positionsveränderung wird auch die angrenzende, mit Nerven versorgte Schicht komprimiert, die sog. bilaminäre Zone. Schmerzen entstehen, die auch in den direkt benachbarten Gehörgang strahlen können und sich dann als Ohrenschmerzen äußern, obwohl das Ohr selbst bei der Untersuchung gesund erscheint.

Symptome einer Myoarthropathie haben sich manifestiert.

Symptome bei typischen CMD-Beschwerden: Soforthilfe durch DROS®-Schienentherapie.
Symptome bei typischen CMD-Beschwerden: Soforthilfe durch DROS®-Schienentherapie.
Bildquelle: ©GZFA

 

Myoarthropathie-Behandlung vom Zahnarzt

Entspannte Muskeln sind das Ziel

Eine exakte umfassende Anamnese mit genauer Beschreibung von Schmerzqualität und -verlauf ist von zentraler Bedeutung für eine korrekte Diagnose der Myoarthropathie.

Zudem sind die Symptome einer Über- und Fehlbelastung von Kaumuskulatur und Kiefergelenken vielfältig und machen eine interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachärzte und Therapeuten bei Diagnose und Therapie zwingend erforderlich.

Zum Einsatz kommen alle Maßnahmen, die die Entspannung der verkrampften Muskulatur zum Ziel haben. Dazu gehören besonders physiotherapeutische Behandlungen wie Massagen der verspannten Muskulatur oder Übungen zu Mundöffnungsbewegungen.

Zur Stressbewältigung empfiehlt sich das Erlernen von Entspannungstechniken und Verhaltensänderungen. So können beispielsweise rote Punkte auf Gegenstände des täglichen Gebrauchs geklebt werden und jedes Mal beim Erblicken der Punkte bewusst die momentane eigene Zahnstellung kontrolliert werden. Denn meist bemerken Betroffene die Anspannung nicht, unter der sie stehen und pressen unbewusst die Zähne aufeinander. Eine kurze Öffnung und bewusstes Schließen des Mundes, ohne Zahnkontakt, kann hier entspannen und der Ausbildung einer Myoarthropathie präventiv entgegenwirken.

Zur nächtlichen Entspannung der Kaumuskulatur dienen Aufbissschienen aus Kunststoff.


Behandlung beim Kiefergelenk-Diagnostiker

Im Mittelpunkt einer Myoarthropathie-Behandlung steht die Aufklärung des Patienten über die Schonung des Kausystems durch Vermeidung von Fehlkontakten und falscher Belastung. Viele Patienten bemerken nicht, dass sie unter Anspannung oder beim konzentrierten Arbeiten auf die Zähne pressen. Eine korrekte, entspannte Unterkieferhaltung, ohne Zahnkontakt, ist ebenso wichtig.

Häufig werden einfache Schutzschienen verordnet, die den Patienten zur Linderung der Beschwerden verhelfen und darüber hinaus die Zähne kurzfristig vor weiteren Schäden schützen. Letztendlich stellen sie aber nur eine symptomatische Therapie dar.

Wirkungsvoll zur ursächlichen Behandlung der Myoarthropathie sind dagegen adjustierte Aufbissschienen vom spezialisierten Kiefergelenk-Diagnostiker. Denn nur die individuell angepasste und regelmäßig feinjustierte Schiene ist in der Lage, Verspannungen der Kaumuskulatur zu lösen, die Kiefergelenke zu entlasten und die Zähne vor weiterem Abrieb zu schützen.

Darüber hinaus hilft die adjustierte Aufbissschiene, die Fehlkontakte der Zähne zu korrigieren und damit auch die Kiefergelenke wieder zu zentrieren.

Bei massivem Zahnsubstanzverlust ist es zudem empfehlenswert, die physiologische Bisshöhe mit neuer Front- und Eckzahnführung wiederherzustellen.

Gute Erfolge erzielen zertifizierte Kiefergelenk-Diagnostiker mit der adjustierten DROS®-Oberkiefer-Aufbissschiene.

 

Hier finden Sie Kiefergelenk-Diagnostiker zur Behandlung der Myoarthropathie des Kausystems


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