Tinnitus

Tinnitus durch Störungen durch das Kiefergelenk


Es bestehen enge Beziehungen zwischen dem Kiefergelenk, der Halswirbelsäule und den Strukturen des Ohres.

Das Kiefergelenk ist sowohl anatomisch als auch über Nervenverbindungen und die Funktion mit der Halswirbelsäule und dem Ohr verbunden. Viele Tinnitus-Patienten können durch Zusammenbeißen oder durch Vorschieben des Unterkiefers das Ohrgeräusch in seiner Lautheit und/oder Tonhöhe beeinflussen. Tinnitus kann aber auch durch Eingriffe am Kiefergelenk (z. B. Entfernen von Weisheitszähnen) zum Verschwinden gebracht oder überhaupt erst hervorgerufen werden. Bereits 1934 beschrieb der Arzt Costen diese Zusammenhänge. Nach ihm wird das so genannte Costen-Syndrom benannt, das ein gemeinsames Auftreten von Gehörstörungen und Schmerzen im Kiefer und Gesicht beschreibt. Die Beziehung des Kiefergelenkes zur Halswirbelsäule wird über komplizierte Band- und Muskelverbindungen hergestellt. Eine Fehlhaltung der Halswirbelsäule kann zu Störungen im muskulären Gleichgewicht der Kaumuskulatur führen; umgekehrt können z.B. Kiefergelenkfehlstellungen eine Verspannung der Halsmuskulatur bewirken.

Die Frage, ob die Ursache des Tinnitus mit der Kiefergelenksfunktion zusammenhängen kann, muss besonders dann nachgegangen werden, wenn

  1. eine Zahnbehandlung unmittelbar oder mittelbar mit der Tinnitusentstehung verbunden war,
  2. wiederholt vom Kiefergelenk ausgehende Gesicht- und Ohrenschmerzen aufgetreten sind,
  3. Sie nachts mit den Zähnen knirschen,
  4. starke Verspannungen im Kiefergelenk und in der Kaumuskulatur zu beobachten sind,
  5. ein Fehlbiss besteht; wenn also Ober- und Unterkiefer nicht optimal zueinander stehen (siehe Kiefergelenk),
  6. eine Fehlfunktion der Kiefergelenke nachgewiesen ist.

Die Kiefergelenksfunktion sollte ein speziell fortgebildeter Zahnarzt, Kieferorthopäde oder Kieferchirurg beurteilen. Zur genauen Diagnostik wird er eingehend die Funktion untersuchen. Zum Teil ist es dabei sinnvoll, ein Kiefermodell anzufertigen. Spezielle apparative Funktionsanalysen sind möglich.

Die Ergebnisse der Diagnostik münden in individuelle Therapievorschläge und können folgende Maßnahmen umfassen:

  • Spezialschienen zur Gelenksentlastung und Bissführung, bis hin zur Einflussnahme auf die Position der Kiefergelensköpfchen (DROS®-Schiene).
  • Entspannungsmaßnahmen. Das Kiefergelenk ist wie das gesamte Gesicht eng mit der seelischen Stimmung verknüpft. Redewendungen wie "Du musst die Zähne zusammenbeißen", "zähneknirschend etwas zugeben", usw. spiegeln diese unbewussten Zusammenhänge wider. Auch körperliche Verspannungen äußern sich in einer erhöhten Spannung der Kaumuskulatur und in vermehrtem Druck des Kiefergelenkes. Deshalb sind Entspannungsmethoden in manchen Fällen notwendig, um den Teufelskreis Verspannung – Schmerz – stärkere Verspannung zu durchbrechen.

Die GZFA empfiehlt bei Tinnitus als Folge eines stark abgesenkten Bissverhältnisses bzw. einer Dezentrierung der Kiefergelenke die Behandlung mit der DROS®-Schiene.


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