Kariesprophylaxe mit Fluorid

Was kann man aktiv gegen Karies tun?

Einfaches Mundspülen hilft nichts, denn die Plaque haftet fest am Zahn. Sicher denken Sie jetzt ans Zähneputzen. Das ist natürlich völlig richtig aber Sie können viel mehr tun: auf die richtige Ernährung achten! Auf Zuckerkonsum folgt der Angriff der Bakterien. Es bringt nichts, wenn Sie oder Ihre Kinder über den Tag verteilt kleine Portionen Zucker essen, lieber einmal richtig (am besten nach dem Essen) und dann den Zähnen eine Ruhepause gönnen.

Karies entsteht durch das Zusammenspiel von drei Faktoren: kariesauslösende Bakterien, unzureichende Mundhygiene und zuckerreiche Ernährung. Wenn Zucker verstoffwechselt wird, bilden sich Säuren und diese Säuren greifen den Zahnschmelz an. Genau das kann Fluorid verhindern. Weltweit ist Karies bei Kindern zurückgegangen - bei gleichbleibendem Zuckerkonsum Grund: mit Fluorid angereicherte Zahncremes, Speisesalze, Trinkwasser etc. Die moderne Zahnmedizin sieht Fluorid deshalb als Schlüssel zum Erfolg in der Kariesprophylaxe.

Wirkungsweise von Fluoriden

In der Kinderzahnheilkunde haben Fluoride eine große Bedeutung für den Zahnstoffwechsel: Sie erhöhen die Festigkeit der Zahnsubstanz, beugen Karies vor und hemmen die Mundbakterien, die Plaque an den Zähnen bilden. Außerdem verhindern sie das Herauslösen von Mineralstoffen aus dem Zahn und fördern gleichzeitig die Remineralisierung des Zahnschmelzes. Und zu guter Letzt kann Fluorid bereits bestehende Zahnschäden zum Stillstand bringen. Zahlreiche Untersuchungen haben ergeben, dass Fluorid am wirksamsten in der Kariesprophylaxe ist, wenn es bereits nach dem Durchbruch der ersten Zähnchen aufgetragen wird. 

Maßnahmen zur Fluoridierung

Neben den fluroridhaltigen Zahnpasten und Speisesalzen gibt es auch mit Fluorid angereichertes Wasser, sowie Mundspülungen, Gele und Lacke, die Fluorid enthalten und den Zahnschmelz härten. Der Zahnarzt entscheidet, was für die kleinen Patienten am sinnvollsten ist. Bei kariösen Zähnen wird auf die Zähne eine Lackschicht aufgetragen, die die Zähne widerstandsfähiger macht. Von Fluoridtabletten zum Schlucken raten Zahnärzte eher ab, da auf dem Weg durch den Körper zwar viel Fluorid aufgenommen wird, aber an den Zähnen zu wenig ankommt, um wirksam zu sein. Inzwischen gibt es jedoch auch fluoridierte Lutschtabletten, die langsam gelutscht werden sollten, damit die Zähne einen Schutzfilm gegen Säuren und Bakterien entwickeln können. Bevor der Zahnarzt Fluoridpräparate verschreibt, ist es wichtig, ihn wissen zu lassen, welche fluoridhaltigen Nahrungsmittel das Kind täglich bereits zu sich nimmt, um eine Überdosierung zu verhindern.
 

Empfehlungen zur Fluorid-Dosierung

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde empfiehlt folgende Dosierung bei Kindern: beim ersten Durchbrechen der Zähne sollte eine fluoridreduzierte Kinderzahncreme benutzt werden, darin sind höchstens 500 ppm Fluorid (0,005 % Fluorid) enthalten. Bis zum zweiten Geburtstag werden einmal täglich mit einer erbsengroßen Menge die Zähne geputzt. Danach zweimal täglich.
Nach dem Durchbruch der ersten bleibenden Zähne mit ca. sechs Jahren, kann zu einer Erwachsenenzahnpasta mit 1000-1500 ppm (0,10-0,15 % Fluorid) gewechselt werden, die dreimal täglich angewendet werden sollte.

Neben der Basisprophylaxe mit Fluorid zu Hause, wie tägliches Spülen mit Fluoridmundspülungen und einmal wöchentliches Auftragen eines Fluoridgels, kann ein Zahnarzt zusätzliche Maßnahmen verordnen. Je nach Zustand der Zähne werden dann auch zweimal im Jahr oder öfter höher fluoridierte Gele oder Lacke aufgetragen.

Allein durch Fluoridierungsmaßnamen kann Karies allerdings nicht verhindert werden. Sind bereits Zahnschäden entstanden, wird eine zahnärztliche Karies-Behandlung notwendig.

Eine tägliche gute und richtige Mundhygiene, reduzierter Zuckerkonsum und regelmäßige Zahnarztbesuche sind die Voraussetzung für gesunde schöne Zähne.


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