Was hat unsere Lebenserwartung mit den Zähnen zu tun?
Gezielte Prävention von Entzündungsprozessen kann das Leben verlängern
Longevity ist ein neuer Modebegriff, der ein langes Leben bei gleichzeitig guter Gesundheit ausdrückt. Verschiedene Faktoren beeinflussen Gesundheit und Lebenserwartung, u.a. die individuelle Genetik aber auch Ernährung und Lebensstil.
Vielfältigste Lifestyle-Maßnahmen werden empfohlen, wie sportliche Betätigung, Ernährungstipps, Nahrungsergänzungsmittel, kosmetische Anwendungen oder Entspannungstechniken.
Nahezu jede medizinische Disziplin beansprucht ihren Beitrag zu Longevity durch gezielte präventive Maßnahmen wie etwa die Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Körpergewicht. Denn u.a. diese drei Faktoren sind mitverantwortlich für Gefäßschädigungen und schleichende Entzündungsprozesse im Körper, die frühzeitig zur Zell- und Organschäden führen und nicht nur die Lebensqualität reduzieren, sondern das Leben selbst verkürzen.
Welchen Beitrag leistet die Zahnmedizin für die langfristige Mund- und Allgemeingesundheit?
Auch die moderne Zahnmedizin kann ihren Beitrag zu Longevity leisten: Durch die systematische Prävention und Behandlung von Parodontitis. Laut der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) leiden etwa 14 Millionen Menschen unter einer schweren Form dieser Entzündung des Zahnhalteapparates, welche über viele Jahre chronisch verläuft und unbehandelt letztendlich zu Zahnverlust führt.
Man weiß auch bereits seit langem um die Zusammenhänge und Wechselwirkungen von Parodontitis und Allgemeinerkrankungen, wie etwa Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch Alzheimer.
Die Bakterien, die Parodontitis verursachen, können in den Blutkreislauf gelangen und an Organen und Gefäßen massive Entzündungen bzw. Schädigungen auslösen; so z.B. Arterienverkalkung fördern oder das Schlaganfallrisiko erhöhen.
Präventive zahnärztliche Behandlungskonzepte zur Parodontitis-Behandlung leisten einen wesentlichen Beitrag zur Gesunderhaltung des Zahnhalteapparates und damit zur langfristigen Verbesserung der Allgemeingesundheit sowie Lebensqualität über die gesamte Lebensspanne.
Was hilft präventiv gegen Parodontitis?
Klassische Präventivmaßnahmen gegen Parodontitis sind die Professionelle Zahnreinigung (PZR) im Rahmen von Prophylaxe-Konzepten und durchgeführt von gut ausgebildeten sowie erfahrenen Dentalhygienikerinnen. Dabei werden der individuelle Lebensstil, die Ernährungsgewohnheiten, die gesundheitlichen Risiken des Patienten und natürlich das Alter berücksichtigt.
Je nach Risikofaktoren und Grunderkrankungen wird heutzutage immer mehr auch auf interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Fachärzten aus den Bereichen Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Allgemeinmedizin gesetzt.
Gemeinsames Ziel: Langanhaltende Gesundheit mit hoher Lebensqualität über eine möglichst lange Lebensdauer sichern.
