Tinnitus-Behandlung durch Arzt und Zahnarzt

Tinnitus

Tinnitus-Behandlung durch Arzt und Zahnarzt


Kooperation von Ärzten und Zahnärzten bei der Behandlung von Tinnitus

Multifaktorielle Ursache von Tinnitus erfordert eine multifaktorielle Behandlung

Das Beschwerdebild Tinnitus ist eine Erkrankung, die viele Ursachen haben kann und die auch teilweise miteinander verknüpft sind. Dies macht die Tinnitus-Therapie herausfordernd und verlangt eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Hausärzten, unterschiedlichen Fachärzten wie HNO-Ärzten und Orthopäden, speziellen CMD-Zahnärzten mit weiteren Spezialisten wie z. B. Zahntechnikern, Heilpraktikern, Physiotherapeuten, Verhaltenstherapeuten oder Experten für sanfte Entspannungsmethoden.

Ein Mitwirken des Patienten oder der Patientin ist aber immer Voraussetzung für langfristige Verbesserungen und Heilungschancen, sei es z. B. die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Fachärzten und Fachzahnärzten, das aktive Erlernen von Methoden zur Stressreduktion oder Übungen zur Entspannung der Kaumuskulatur.
 

Alternative Körper-Therapien bei Tinnitus

Neben der Schulmedizin gibt es viele Ansätze für alternative Heilmethoden und Körpertherapien, um Tinnitus-Patienten zu helfen. Dazu zählen u. a.:

  • Akupunktur
  • ROLFING®
  • Magnetfeldtherapie
  • Feldenkrais-Methode
  • Biofeedback
  • Hydrotherapie
  • Narbenentstörung
  • Unterstützende homöopathische Heilmittel zur Anregung der Selbstheilungskräfte
  • Kneipp-Anwendungen

Tinnitus-Behandlung durch Arzt und Zahnarzt - Multifaktorielle Ursache von Tinnitus erfordert eine multifaktorielle Behandlung.
Tinnitus-Behandlung durch Arzt und Zahnarzt -
Multifaktorielle Ursache von Tinnitus erfordert eine multifaktorielle Behandlung.
Bildquelle: ©GZFA
 

Tinnitus und Stress – welchen Behandlungen sind hilfreich?

Stress ist eine sehr individuelle Empfindung, die von jedem anders wahrgenommen wird und unterschiedliche Körperreaktionen auslöst. Bei vielen Menschen steht Stress im Zusammenhang mit dem „Mann im Ohr“. Ohrgeräusche wie Sausen, Brausen, Klirren, Knistern, Summen, Brummen oder Rauschen werden bei vielen Betroffenen hervorgerufen oder in Stresssituationen verstärkt.

Stress versetzt den Körper in Spannung. Wenn daraus ein dauerhaftes Ungleichgewicht zwischen Ruhe und Anstrengung entsteht und den Betroffenen belastet, kann dies zu einer Erkrankung, darunter auch Tinnitus, führen.

Leider können Stress und Anspannung nicht in allen Lebenssituationen vermieden werden, aber die Betroffenen können den richtigen Umgang damit lernen. Das bedeutet, bedenkliche Situationen zu erkennen und Methoden zu erlernen, um den Stress zu kontrollieren.

Entspannungsmethoden und alternative Körper-Therapien gibt es viele, aber nicht jede ist für jeden Patienten geeignet. Deshalb empfiehlt es sich, Angebote von z. B. Krankenkassen, Volkshochschule, Heilpraktikern, Sportvereinen, selbständigen Fitness-Trainern oder Coaches, Sportstudios etc. auszuprobieren, um die geeignete Methode zur Entschleunigung und Stressabbau für sich selbst herauszufinden.

Folgende Entspannungsmethoden geben einen Einblick in die äußerst vielfältigen Möglichkeiten zur Stressreduktion als Ergänzung und Begleitung zur Tinnitus-Therapie:

  • Autogenes Training
  • Augenübung
  • Atemtherapie
  • Achtsamkeitsübungen
  • Hypnose
  • Meditation
  • Tanztherapie
  • Gestaltungstherapie
  • Klangschalenmeditation
  • Yoga
  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen
  • Reiki
  • Psychologische Kinesiologie
  • Verhaltenstherapie
  • Sport allgemein
  • Spaziergänge, Walken an der frischen Luft
  • Waldbaden (Bäume umarmen)

Die Liste ließe sich noch fortsetzen. Wichtig bei der Auswahl ist jedoch, die passende Entschleunigung für sich selbst zu finden und sich darüber im Klaren zu sein, dass dies ein einzelner Baustein für die gesamte Tinnitus-Behandlung ist, um Körper und Geist in Einklang zu bringen.

Fachliteratur und Internetquellen gibt es viele. An dieser Stelle jedoch eine Buchempfehlung des Autors Dr. Torsten Pfitzer, erschienen im riva-Verlag: „KIEFER GUT, ALLES GUT – Das Übungsprogramm gegen CMD, die wahre Ursache von Zähneknirschen, Kopfschmerzen, Nackenverspannung, Tinnitus und Co.“ In diesem Buch sind viele Übungen vorgeschlagen, die die Betroffenen zu Hause einfach selbst erlernen und anwenden können.

Tinnitus-Behandlung durch den zertifizierten Zahnarzt (DROS®-Therapeuten) mit der zweiphasigen DROS®-Oberkiefer-Aufbissschiene.
Tinnitus-Behandlung durch den zertifizierten Zahnarzt (DROS®-Therapeuten) mit der zweiphasigen DROS®-Oberkiefer-Aufbissschiene.
Bildquelle: ©GZFA
 

Schienenbehandlung bei Verdacht auf eine Kaufunktionsstörung

Sollte sich in interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Fachärzten und CMD-Zahnarzt herausgestellt haben, dass der Tinnitus aufgrund einer Störung im Kiefergelenk, einer sogen. craniomandibulären Dysfunktion (CMD) auftritt, so empfiehlt sich eine zahnärztliche Funktionstherapie mit Zahnschienen. Die Verwendung einer DROS®-Oberkiefer-Aufbissschiene hat den enormen Vorteil, dass sie im Rahmen eines mehrwöchigen diagnostisch-ursächlichen Therapiekonzepts angewendet wird. Behandlungsziel des DROS®-Therapiekonzepts ist die Diagnose von Zahnfehlkontakten, die neuromuskuläre Entspannung im Kausystem und dadurch die Harmonisierung von Okklusion und Kiefergelenkposition.
 

Der Name DROS® leitet sich folgendermaßen ab

D = Diagnostische
R = Relaxierende
O = Orientierende
S = Stabilisierende Aufbissschiene

Die DROS®-Therapie gliedert sich in zwei Phasen. In der ersten Phase diagnostiziert (D) sie den falschen Biss, auch gestörte Okklusion genannt und hebt die Fehlkontakte auf. Gleichzeitig bewirkt sie eine Entspannung (= R = Relaxation) der am Kausystem beteiligten Muskeln an Kopf, Kiefer und Gesicht.

In der zweiten Phase ermöglicht die DROS®-Schiene eine Neu-Orientierung (O) des Unterkiefers mit Stabilisierung (S).

Damit kommt es für den Patienten zu einer Unterbrechung des negativen Kreislaufs zwischen gestörter Okklusion, Verspannungen der Kaumuskulatur und neuromuskulärer Abläufe über das zentrale Nervensystem, was den Tinnitus auslösen kann. Für viele Patienten, die außerdem unter Bruxismus/Zähneknirschen leiden, wird zudem der selbstzerstörende Mechanismus auf den Zahnhalteapparat, der sich als Abrasion, in Form von Rissen oder Zahnfrakturen zeigen kann, unterbunden.

Unter Einsatz der Schienentherapie wird die sogen. „Physiologische Zentrik“ der Kiefergelenke erreicht. Diese physiologische Positionierung des Unterkiefers in der Gelenkgrube des Oberkiefers entspricht dabei keiner anatomisch messbaren Geometrie, sondern beschreibt vielmehr den Zustand einer neuromuskulären Entspannung, bei der alle am Kausystem beteiligten Muskeln maximal entlastet sind.

Beim DROS®-CMD-Konzept handelt es sich um ein standardisiertes Verfahren, das mit einer sehr kurzen Behandlungszeit sehr effektiv ist: Der Patient oder die Patientin trägt die individuell im zertifizierten Meisterlabor angefertigte DROS®-Oberkiefer-Aufbissschiene für ca. sieben Wochen. Während dieser Zeit gibt es wöchentliche Kontrolltermine beim CMD-Zahnarzt, der sich mit Feinjustierungen auf der Schiene dem gewünschten Behandlungsziel annähert.

Nach Abschluss der DROS®-Therapie können weitere Maßnahmen angezeigt sein, um Fehlkontakte dauerhaft zu beheben, wie z. B. Anpassen von zu hohen Füllungen, Schließen von Zahnlücken oder Korrektur von Zahnfehlstellungen. Darauf weist der behandelnde Zahnarzt hin und überweist an den Fachzahnarztkollegen wie Implantologe oder Kieferorthopäde.


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