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Zahnästhetik

Interne Zahnverfärbungen


Interne Verfärbungen können als Folge von Struktur- und Dimensionsänderungen der Zahnhartsubstanzen auftreten. Dazu zählen Altersveränderungen, Einengung der Pulpakammer durch Hartsubstanzablagerungen, das interne Granulom, die initiale Schmelzkaries sowie die Dentalfluorose. Farbstoffeinlagerungen in die Zahnhartsubstanzen können vor dem Zahndurchbruch (z.B. nach Tetrazyklineinnahme während der zweiten Hälfte der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren des Kindes) oder nach dem Zahndurchbruch als Folge einer Pulpanekrose auftreten. Eine Erkrankung im Bereich der Wurzelspitze des Milchzahnvorgängers kann in einfachen Fällen zu Verfärbungen des nachrückenden bleibenden Zahnes führen (Turner-Zahn).

Das Bleichen interner Verfärbungen sollte der Anwendung durch den Zahnarztes vorbehalten sein. Zum Bleichen einzelner verfärbter und wurzelkanalbehandelter (devitaler) Zähne benutzt man in der Regel eine Mischung aus Wasser und Natriumperborat. Nach entsprechender Vorbehandlung des zu bleichenden Zahnes (Kofferdam-Technik, Entfernung des verfärbten Dentins, Abdichten der Wurzelkanalfüllung) wird wässrige Natriumperborat-Paste in die Pulpakammer plaziert und der Zahn provisorisch verschlossen. Nach 3-7 Tagen wird der Erfolg beurteilt (Walking-Bleach). Weitere Bleichversuche werden notwendig, wenn nach der ersten Sitzung der gewünschte Erfolg nicht erreicht wurde. Ist die Bleichwirkung zufriedenstellend, wird der Zahn definitiv restauriert. Mit einem Erfolg der Behandlung kann in ca. 75% der Fälle gerechnet werden.

Zum Bleichen vitaler Zähne setzt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Schienenbleichung mit Carbamidperoxid-Gel vermehrt durch. Das Gel, welches 10%-iges Carbamidperoxid enthält, zerfällt bei der Anwendung und setzt Wasserstoffsuperoxid und Harnstoff frei. Der Harnstoff wird zu Ammonium und Kohlendioxid umgesetzt. Die Behandlungszeit beträgt bei gering ausgeprägten Verfärbungen ca. 1-2 Wochen. Stärker ausgeprägte Verfärbungen erfordern eine längere Behandlungszeit. Die Schiene kann entweder nachts oder mehrmals täglich für einen kürzeren Zeitraum getragen werden. Für die kürzere Anwendung am Tage spricht die nach zwei Stunden stark nachlassende Wirkung des Bleichgels. Irreversible systemische oder lokale Nebenwirkungen sind bei korrekter Anwendung nicht zu befürchten. Reversible Nebenwirkungen können sich als Brennen der Mundschleimhaut oder als Hypersensibilität der betroffenen Zähne äußern. Die Erfolgsquote beträgt ca. 75 % - 90 %. Über den langfristigen Erfolg einer Bleichung können momentan keine zuverlässigen Aussagen getroffen werden; gegebenenfalls muß die Behandlung beim Nachlassen des Effektes wiederholt werden.

Wie eingangs angedeutet, ist vor dem Beginn einer Bleichungsmaßnahme eine korrekte Indikationsstellung erforderlich. Diese kann nur durch einen Zahnarzt erfolgen. Von einer alleinigen Durchführung einer Bleichung durch den Patienten ist deshalb abzuraten.

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