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Diagnostik - Parodontitis

Zahnfleischbehandlung
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Bakterientest und Antibiotika

Inzwischen werden von vielen Zahnärzten Bakterientests angeboten. Es wird ein Abstrich entnommen und im Labor geprüft (ca. 100 Euro). Bei einer bakteriellen Infektion, vielen Abszessen und einer fortgeschrittenen Parodontitis, die durch Reinigung allein nicht in den Griff zu bekommen sind, sollte ein Antibiotikum verabreicht werden.

 

Mundspülungen

Es gibt wirksame Mittel (z. B. Chlorhexidin), die jene Bakterien massiv reduzieren, die den Zahnbelag und in der Folge Entzündungen verursachen; sie gelangen jedoch nicht bis in die tiefen Zahnfleischtaschen hinein, allerdings sitzt genau dort das Übel. Das Hineinspritzen solcher Mittel in Zahnfleischtaschen nützt nicht viel, da es die Ursache des Problems nicht behebt. Bei längerer Anwendung dieser Lösungen leidet nicht nur der Geschmackssinn, sondern die Zähne können sich verfärben. Insofern sind Mundspülungen gut zur Unterstützung der Behandlung, sie ersetzen aber keinen Falls eine professionelle Therapie.

 

Hilfsmittel

Zahnpasta, Gele oder Mundspülungen haben einen nur unwesentlichen Einfluss auf die Parodontitis; im besten Fall lindern sie Symptome, die Ursache bleibt jedoch weiterhin bestehen. Bei einer mangelnden Mundhygiene nutzt auch eine Spülung nichts. Vom Arzt verschriebene Medikamente können eine Therapie ergänzen; die Zahnbürste, die Verwendung von Zahnseide und Interdentalbürste stehen an erster Stelle und sind unerlässlich.

Untersuchung und Diagnose

Zunächst überprüft der Zahnarzt den Zustand der Zähne und es Zahnfleisches. Danach wird er einige Fragen stellen. Das Rauchen, Schwangerschaft, Erkrankungen die das Immunsystem schwächen, eine Chemotherapie und Diabetes sind hierbei wichtige Informationen. Auch die Frage der Mundhygiene ist wichtig. "Wie oft werden die Zähne geputzt? Welche Hilfsmittel verwendet?" Das Einfärben der Zähne zeigt deutlich wo sich die Beläge, die mit dem bloßen Auge nicht immer zu erkennen sind, befinden.

 

Röntgen

Es werden Röntgenbilder aller Zähne angefertigt. Ein Panoramaröntgen ist für die genaue Diagnose nicht ausreichend.

 

Sondieren

Die wichtigste Untersuchungsmethode ist das überprüfen des Zahnfleisches ob Taschen vorhanden sind und vor allem wie tief sie sind. Dies untersucht der Zahnarzt mit einer Spezialsonde zwischen dem Zahn und dem Zahnfleisch. Dabei ist es nötig, mit dem Häkchen jeden Zahn an mehreren Stellen zu sondieren. Dies kann manchmal bluten und etwas schmerzen. Manche Ärzte verabreichen vorher eine Spritze oder ein schmerzstillendes Gel.

 

Stabilität der Zähne

Die Schneidezähne bewegen sich normalerweise geringfügig. Alles andere ist ein Alarmzeichen.

 

Zahnfleisch

Wo und wie viel hat es sich zurückgezogen?

 

Initialtherapie

Leidet man an einer Parodontitis, so werden zunächst die Zahnfleischtaschen gereinigt. Das Ziel hierbei ist, dass sich diese nach und nach verkleinern und dadurch Entzündungen behoben werden.

Mit dem Scaler und der Curette (Handinstrumente) glättet Zahnarzt oder eine Dentalhygienikerin die Oberflächen der betroffenen Zähne; über und vor allem unter dem Zahnfleischrand. Gefährlich sind besonders die Konkremente, sehr harte Beläge die abgeschabt werden müssen. Eine Behandlung, die sich über mehrere Sitzungen erstrecken kann. Mit Ultraschallgeräten können diese Beläge schneller entfernt werden; sie erfordern allerdings einen erfahrenen Behandler. Optimal ist die richtige Kombination von Hand- und Ultraschallgeräten. Nach so einer Behandlung können kurzzeitige Schmerzen auftreten und auf jeden Fall folgt ein Kontrolltermin.

Manchmal müssen lockere Zähne gezogen werden. Gelegentlich ist es sinnvoll, Antibiotika in die Zahnfleischtaschen zu geben oder diese einzunehmen. Die meisten Fälle lassen sich ohne Operation unter Kontrolle bringen.

 

Taschen operieren

Gehen trotz Initialtherapie die Taschen nicht zurück, sind tief und weisen immer noch Entzündungen auf oder der Kieferknochen ist stark abgebaut, dann ist meist eine Operation nötig. Die so genannte Lappen- oder Flapoperation gehört in die Hände von Spezialisten und hat nur Sinn, wenn die erste Behandlung abgeschlossen ist. Die Zähne dürfen keine Beläge mehr aufweisen und der Patient bereit und fähig ist, selbst konsequent die Zähne zu reinigen und verlässlich zur Nachkontrolle kommen. Entscheidend ist die Nachbetreuung; ohne sie ist jede Operation sinnlos. Hierbei wird unter örtlicher Betäubung das Zahnfleisch aufgeklappt um den Bereich, der behandelt werden soll, besser sichtbar zu machen. Je nach Problem gibt es verschiedene Vorgangsweisen und Kombinationen davon.

 

Wurzelglättung

Der Zahnarzt schabt das Konkrement von der Zahnwurzel.

 

Augmentation

Der abgebaute Kieferknochen wird wieder aufgebaut. Eigener Knochen wird transplantiert oder man verwendet Knochenersatzmittel und/ oder verordnet wachstumsfördernde Substanzen.

 

Reduzierung

In manchen Fällen muss der Arzt einen unregelmäßig verlaufenden Kieferknochen abtragen und glätten.

 

Nähen und kleben

Anschließend wir die Wunde genäht, verklebt oder mit einem Spezialverband versorgt. Nach dem Ablinken der Betäubungen sind Schmerzen und Blutungen normal. Nach etwa einer Woche werden die Fäden entfernt.

 

Spülen

In der Heilungsphase werden manchmal Mundspüllösungen verordnet, die die Plaquebakterien reduzieren.

 

Recall

Nach der Operation werden die Patienten zur Kontrolle wieder in die Praxis bestellt (Recall) um das Ergebnis zu kontrollieren.

 

Pflege

Das Ziel ist es, dass der Patient ohne Hilfe seine Zähne und das Zahnfleisch pflegen kann. Dennoch sind Recall-Termine nach einer Parodontalbehandlung unerlässlich. Diese Termine sollten lebenslänglich in mehr oder weniger großen Abständen wahrgenommen werden. Denn Patienten die diese nutzen, haben gesündere Zähne.

 

Knochenaufbau

Hat ein Zahn zu wenig Halt, muss er gezogen werden. Um das zu vermeiden, kann man versuchen den abgebauten Kieferknochen und Zahnhaltfasern wieder aufzubauen. Dies ist heute mit einer so genannten Guided Tissue Regeneration GTR (gesteuerte Geweberegeneration) beziehungsweise der Guided Bone Regeneration GBR (gesteuerte Knochenregeneration) möglich. Der Arzt legt bei einer Lappenoperation eine Folie zwischen das Zahnfleisch und den Zahnhalteapparat. Der Körper kann so die langsam wachsenden Knochen und Haltezellen wieder aufbauen, bevor die rasch wachsenden Zellen des Zahnfleisches den Raum füllen. Eine Technik, die allerdings nur dann funktioniert, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden; eine völlige Wiederherstellung ist aber oft nicht möglich.

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