Rund um den Zahn in der ganzheitlichen Zahnheilkunde

Zahnerkrankungen und ganzheitliche Therapiemöglichkeiten

Informationen zu Erkrankungen der Mundhöhle und Behandlungstipps

Egal, welcher Teil des Körpers oder der Seele erkrankt ist, es hat immer wechselseitige Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Deshalb wird die ganzheitliche Zahnheilkunde als Teilbereich der Medizin eingebunden, um durch Verbesserung der Mundgesundheit und der Therapie von Kaufunktionsstörungen die Allgemeingesundheit und die seelische Gesundheit eines Patienten zu erhöhen. Rund um die Zähne und im Mundraum gibt es Erkrankungen, die Einfluss und Wechselwirkung auf Körper und Seele haben, weshalb ganzheitlich arbeitende Zahnärzte oder Zahnärztinnen interdisziplinär mit Facharztkollegen und Spezialisten zusammenarbeiten.

Rund um den Zahn in der ganzheitlichen Zahnheilkunde: Schöne Zähne und seelische Gesundheit.
Rund um den Zahn in der ganzheitlichen Zahnheilkunde: Schöne Zähne und seelische Gesundheit.
Bildquelle: ©GZFA
 

Zahnästhetik – Schöne Zähne und seelische Gesundheit

Strahlend schöne Zähne haben sehr viel mit Lebensqualität und seelischer und allgemeiner Gesundheit zu tun. Die Zähne sind der Blickfang im Gesicht und gehören zur allgemeinen gepflegten Erscheinung dazu. Weiße und makellose Zähne vermitteln einen gesunden Eindruck, sie können einen Menschen sogar jünger erscheinen lassen. Unbeschwertes Lachen ist ansteckend und weckt Sympathie. Ästhetisch schöne Zähne fördern Selbstbewusstsein und haben Auswirkungen auf den Erfolg im Beruf und im Privatleben.
Unästhetische Zähne können im Gegensatz dazu führen, sich unattraktiv zu fühlen und sich entsprechend zu verhalten. Patienten, die mit sich und ihren Zähnen unzufrieden sind, meiden manchmal soziale Kontakte, sind unsicher und können sogar vereinsamen, was zu psychischen Problemen und psychosomatischen Erkrankungen führen kann.

Ästhetisch schöne Zähne sind jedoch in jedem Alter machbar. Die Zahnästhetik bietet viele Lösungsmöglichkeiten, um zu einem strahlenden Lachen zu verhelfen. Oft sind nur kleine Maßnahmen in einer Praxis für Ästhetische Zahnheilkunde erforderlich, um z. B. Zahnverfärbungen zu beseitigen, was jedoch sofort große Wirkung zeigt.
 

Herpes labialis – Fieberbläschen

Herpesviren im Körper sind für die Entstehung von Fieberbläschen verantwortlich. Wie der Name schon sagt, sind sie oft Begleiterscheinung einer fiebrigen Erkältung, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Sie können aber auch durch eine hohe UV-Belastung, eine hormonelle Umstellung oder durch kleine Verletzungen ausgelöst werden. Bei vielen Menschen sind sie stressbedingt und spiegeln die Seele wider.

Meist bilden sie sich am Rand der Lippen, wo sich das Rot der Lippen mit der normalen Haut verbindet. Ein leichtes Spannungsgefühl und Juckreiz kündigen den Lippenherpes an, der innerhalb weniger Stunden ausbricht. Der Krankheitsverlauf kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein, von einem kleinen kaum sichtbaren Bläschen bis hin zu großen mit einer gelblichen Flüssigkeit gefüllten Blasen, die ineinander übergehen. Die Patienten fühlen sich entstellt. Die ins Auge fallende Erkrankung kann auch seelisch sehr belastend sein.

Unbehandelt dauert es bis zum kompletten Abheilen der Fieberbläschen bis zu zehn Tagen. Schmerzstillende und virenhemmende Salben kürzen den Krankheitsverlauf oft ab, vor allem, wenn sie sofort nach dem ersten Spannungsgefühl eingesetzt werden. Eine schwere Infektion wird manchmal auch mit Medikamenten zum Einnehmen behandelt.

Ein ganzheitlich arbeitender Zahnmediziner kann in der Zahnarztpraxis eine Laserbehandlung durchführen. Diese sorgt für einen milderen Krankheitsverlauf und eine schnellere Genesung. Ganz präzise können die Laserstrahlen die Viren in den Fieberbläschen zerstören. Damit wird auch ein Befall von Nachbarregionen verhindert. Die Lippe schwillt schnell ab und auch der Juckreiz wird ausgeschaltet. Oft verschwinden nach dem Lasern die Herpesbläschen innerhalb von zwei Tagen ohne Narbenbildung. Ein weiterer positiver Effekt der Behandlung von Fieberbläschen durch Lasertechnik ist es, dass die Krankheit zukünftig meist weniger häufig ausbricht.
 

Mundhygiene beim Zahnarzt oder der Zahnärztin

Neben regelmäßigen Kontrollterminen beim Zahnarzt, um Erkrankungen vorzubeugen und damit einen wichtigen Beitrag zur Allgemeingesundheit eines Patienten zu leisten, ist die Mundhygiene von hoher Bedeutung. Die häusliche Zahnpflege sollte deshalb ein bis zwei Mal jährlich durch eine Professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis ergänzt werden.

Speziell ausgebildete Dentalhygienikerinnen (DH) reinigen die Zähne und die Zahnzwischenräume sehr gründlich und schonend mit diversen Hilfsmitteln wie z. B. Ultraschall, Air-Flow und zahnmedizinischen Polituren. Hierbei werden Zahnstein (Konkrement) und weiche bakterielle Zahnbeläge (Plaque) auch unter dem Zahnfleischrand entfernt, sofern die Zahnfleischtaschen nicht zu tief sind.

Überhandnehmende „schlechte“ Bakterien im Mundraum sind die häufigsten Auslöser für Zahn- und Zahnbetterkrankungen, wie zum Beispiel Karies, Wurzelkanalentzündung, Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und als Folge hiervon Parodontitis sowie häufig auch Mundgeruch (Halitosis). Da die Bakterien über die Blutbahnen in den ganzen Körper gelangen können, können sie u.a. Wechselwirkungen auf das Herz-Kreislauf- und Immunsystem sowie auf innere Organe haben. Ein ganzheitlich arbeitender Zahnmediziner macht Patienten auch hierauf aufmerksam, denn das Ziel jeder Prophylaxe oder Zahnbehandlung ist es, die gesamte Gesundheit eines Patienten zu fördern. Gute Erfolge werden auch mit dem Einsatz von Probiotika anstelle von Antibiotika erzielt, um eine gesunde Bakterienflora im Mundraum aufzubauen und die krank machenden Bakterien zurückzudrängen.
 

Aphten: Ganzheitliche Aspekte

Aphten sind eine relativ häufig vorkommende Irritation und Verletzung im Mundraum, wovon Frauen häufiger als Männer befallen sind. Die gelblich-weiße Bläschen mit rotem Rand finden sich auf den Mundschleimhäuten, der Zunge bis hinunter zum Gaumen. Sie sind lokal begrenzt, kommen aber immer wieder. Sie sind nicht nur unangenehm bis schmerzhaft, sondern auch störend beim Sprechen, Essen und Trinken. Die Schmerzintensität hängt davon ab, wo die Aphte platziert ist. Stärker empfindet der Patient den Schmerz, wenn die Aphte auf der Zunge sitzt, weniger stark im Wangenbereich, der nicht permanent durch Kaubewegungen beansprucht wird.
Fast immer sind Aphten zwar harmlos, nicht ansteckend und heilen innerhalb von 8 bis 14 Tagen von allein ab, aber sie sind lästig.

Ursachen für Aphten sind sehr unterschiedlich, u. a. Nahrungsmittelunverträglichkeiten, säure- und zuckerhaltige Lebensmittel, Mineralstoff- und Vitaminmangel, Immunschwäche (z. B. nach einer Erkältung), Hormonschwankungen bei Frauen, psychoemotionaler Stress, Schlafstörungen und genetische Faktoren. Wichtig für den Patienten ist es, sich selbst genau zu beobachten. Kommt es beispielsweise immer nach dem Verzehr von sehr scharfen Speisen zur Aphtenbildung, so sollte darauf verzichtet werden. Um festzustellen, ob der Mineralstoff- und Vitaminhaushalt und die Hormonbalance stimmen, sind Laboruntersuchungen notwendig.

Darüber hinaus können schlechtsitzende Zahnprothesen, Zahnschienen oder Zahnspangen Druckstellen verursachen, die die Mundschleimhäute so stark irritieren, dass die Aphtenbildung angeregt wird. In diesem Fall ist der Zahnarzt oder Fachzahnarzt der richtige Ansprechpartner, um eine Prothese zu unterfüttern oder Zahnspangen anzupassen, damit keine Reibung und keine Druckstellen mehr entstehen. Trotzdem dient dem ganzheitlich arbeitenden Zahnarzt das Wissen um Allgemeinerkrankungen seiner Patienten. So heilen z. B. Verletzungen bei Diabetikern schlechter und langsamer ab.

Grundsätzlich sollten natürlich immer die Ursachen bekämpft werden, also angepasste und ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf etc., um das Problem ganzheitlich anzugehen. Zur Abheilung von Aphten werden medizinische Gels, Salben und Sprays verwendet, die es auch rezeptfrei in der Apotheke gibt. Darüber hinaus können Aphten, die dann sehr schnell abheilen, mit einer kurzen und schmerzfreien Laserbestrahlung behandelt werden.
 

Rhagaden - offene oder eingerissene Mundwinkel

Eingerissene Mundwinkel sind sehr unangenehm, weil jede Mundbewegung schmerzt. Lachen, Essen, Küssen und Sprechen sind beeinträchtigt. Rhagaden werden von trockener Haut bzw. zu trockenen Lippen, die nicht elastisch genug ist, begünstigt. Aber auch zu feucht darf es nicht sein, wer zu häufig die Lippen und Mundwinkel mit Speichel benetzt, tut sich auch nichts Gutes.

Rhagaden können als Folgen von schwerwiegenden Allgemeinerkrankungen wie z. B. einer Stoffwechselstörung, Erkrankungen der Magenschleimhaut, Diabetes, Schuppenflechte, Neurodermitis, Leukämie, Tumoren oder Pilzinfektionen der Mundschleimhäute auftreten. Genauso können allergische Reaktionen oder Eisen- und Vitaminmangel verantwortlich sein.

Eingerissene Mundwinkel sind aber nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern sie öffnen zudem Keimen eine Pforte in den Körper. Wenn die Haut an den Mundwinkeln kleine Risse aufweist, dann versagt der natürliche Schutzmechanismus. Die Barriere, die Bakterien oder Pilze normalerweise am Eindringen in den Körper hindert, ist porös. Deshalb sollte der Patient auch immer auf gute Hygiene achten. Zudem können zinkhaltige Cremes oder Salben mit Harnstoffen zur Soforthilfe aufgetragen werden.

Patienten, die Prothesen (sogenannte dritte Zähne) tragen, sind häufiger von Rhagaden betroffen. Wenn eine abgesunkene Bisslage vorliegt, kann es im Bereich der Mundwinkel zu einer permanenten Benetzung von Speichel kommen. In diesem Fall ist der Besuch in der Zahnarztpraxis notwendig, um eine Bisshebung der Prothese durchführen zu lassen. Damit können die kleinen Wunden und Risse in den Mundwinkeln wieder abheilen – und der gesamte Körper ist aus medizinischer ganzheitlicher Sicht wieder ein Stückchen mehr im Gleichgewicht.
 

Soor – Candidose ganzheitlich betrachtet

Die Pilzart Candida albicans verursacht eine Infektion der Haut oder der Schleimhäute im Mund- und Rachenraum. Diese äußert sich durch einen flächigen oder fleckförmigen Belag von weiß-gelblicher Farbe. Candidose wird dann zum Problem, wenn sich der Hefepilz so stark ausbreitet und es zu einer Überwucherung führt. Der Candida albicans ist bei jedem zweiten Menschen in niedriger Konzentration vorhanden, ohne dass eine Soor-Infektion ausgelöst wird. Neben dem Candida albicans gibt es ca. 100 000 Pilzarten. Für den menschlichen Organismus sind jedoch nur ca. 50 hiervon gefährlich und können Erkrankungen und vielfältige Begleiterscheinungen auslösen.

Begünstigend für die Vermehrung des Hefepilzes sind neben einem feuchten Umgebungsklima u. a. Diabetes, hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft, Mangelernährung bzw. zuckerhaltige Nahrung und Immunschwäche bei Senioren oder AIDS-Patienten. Ebenso können sie als Folgen von Chemotherapien, Kortisoneinnahme und Antibiotika-Behandlungen auftreten. Wichtig für den ganzheitlichen Zahnarzt ist es, über bestehende Allgemeinerkrankungen und entsprechende Medikamenteneinnahme Bescheid zu wissen, denn nur dann kann er mit den richtigen Maßnahmen zum Abklingen der Soor-Infektion beitragen.

Patienten, die eine Voll- oder Teilprothese tragen, leiden häufiger unter Candidose als Menschen mit festsitzendem Zahnersatz. Zum einen kann eine schlechtsitzende Prothese scheuern und Druckstellen verursachen, zum anderen hat die Prothese eine abdeckende Wirkung, so dass die Candida-Pilze ein Klima vorfinden, in dem sie sich gut vermehren können. Schlechte Mundhygiene und aufgeweichte oder eingerissene Mundwinkel begünstigen die Infektion weiter.

Der Zahnarzt kann bei Prothesenträgern den herausnehmbaren Zahnersatz entsprechend anpassen und unterfüttern, dass die Gefahr von Druckstellen und aufgescheuerter Mundschleimhaut verringert wird. Außerdem kann er beurteilen, ob das Auftragen von pilztötendem Gel als Behandlung ausreicht oder bei starkem und hartnäckigem Belag eine Tablettenbehandlung empfehlenswert ist.
 

Zahnbeläge und Karies

Der Zahnschmelz ist das härteste Material im menschlichen Körper. Trotzdem gelingt es den aggressiven Karies-Bakterien, die harten Zahnsubstanzen zu zerstören. Sie siedeln sich als Belag (auch Plaque genannt) an den Zähnen an und bilden aus zuckerhaltigen Speiseresten saure Stoffwechselprodukte. Diese Säure greift den Zahnschmelz von außen an und entkalkt bzw. entmineralisiert ihn. Durch Karies, man sagt umgangssprachlich auch Zahnfäule, wird die Schutzschicht weich und porös, die Bakterien können ins Zahninnere vordringen und dort geradezu Löcher hineinfressen.

Karies zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Menschen. Zerstörtes Gewebe kann nicht geheilt werden, es kann nur repariert werden. Als Vorbeugung können – auch in der Kinderzahnheilkunde - Fluoride eingesetzt werden, die die Festigkeit der Zahnsubstanz erhöhen und die Remineralisierung des Zahnschmelzes fördern, was bestehende Zahnschäden zum Stillstand bringen kann.

Ohne zahnärztliche Behandlung breitet sich der kariöse Zahnbefall weiter aus. Der Zahnarzt hält verschiedene Füllungsmaterialien bereit, um den Defekt zu versorgen. Die Zerstörung kann jedoch so massiv sein, dass die Bakterien bis in die Wurzel vordringen und eventuell sogar auf den Kieferknochen übergreifen. Im schlimmsten Fall ist der Zahn nicht mehr erhaltungswürdig und muss gezogen werden.

Der effektivste Schutz gegen Kariesbakterien besteht in einer akribischen häuslichen Zahnpflege kombiniert mit Meidung von säurehaltigen Getränken und Obstsorten und in einer zuckerfreien Ernährung. Damit ist nicht nur der normale Haushaltszucker gemeint, sondern Frucht-, Milch- und Traubenzucker, aber auch Honig oder Apfelsirup. Ernährungstipps erhalten Patienten in der zahnärztlichen Karies-Sprechstunde und Kinderzahnheilkunde-Sprechstunde, von Mundhygienikern und natürlich auch von Fach- und Allgemeinärzten, denn Ernährung spielt sowohl in der ganzheitlichen Zahnheilkunde als auch in der ganzheitlichen Medizin eine wichtige Rolle.
 

Zahnbeläge bilden Zahnstein und Zahnfleischentzündung (Gingivitis)

Zu einer gesunden und natürlichen Mundflora gehören eine Vielzahl von harmlosen und unschädlichen Keimen. Gründliche Mundhygiene (Zähneputzen, Verwenden von Zungenreiniger und Zahnseide) entfernt Nahrungsreste und verhindert, dass sich zu viele Keime einnisten und einen Belag auf den Zähnen bilden, der auch Plaque genannt wird.

Fehlt es an der häuslichen Mundhygiene, was durch engstehende Zähne oder Zahnfehlstellungen noch verschlimmert wird, setzt sich der Belag fest. Im Laufe von einigen Tagen verhärten sich weiche Beläge, indem sie dem Speichel Mineralien entziehen, wodurch Zahnstein (Konkrement) entsteht. An den vorderen Schneidezähnen im Unterkiefer und den Außenseiten der oberen Backenzähne im Oberkiefer lagert sich besonders gern Zahnstein ab. Dies sind Stellen, an welchen besonders viel Speichel abgesondert wird. Normalerweise hat der Speichel wichtige Verdauungs- und Schutz-Funktionen, die für den ganzen Körper relevant sind, aber wenn es an der Zahnpflege fehlt, dann kann es zu Zahn- und Zahnbetterkrankungen führen.

Konkrement kann sich auch unterhalb des Zahnfleischrandes ablagern. Es bilden sich Zahnfleischtaschen, die zum Tummelplatz für Bakterien werden können und deshalb gefährlich sind, weil sie eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) auslösen können. Da Gingivitis zunächst schleichend und schmerzfrei beginnt, wird die Entzündung oft von Patienten nicht wahrgenommen oder als harmlos betrachtet. Erste Anzeichen sind Zahnfleischbluten und geschwollenes Zahnfleisch. Man sollte sofort zum Zahnarzt oder zur Zahnärztin gehen, sobald man Veränderungen bemerkt. Unbehandelt entwickelt sich eine Zahnfleischentzündung weiter und führt zur Volkskrankheit Parodontitis. Diese Zahnbetterkrankung ist weit verbreitet. Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Lebensalter. Parodontitis ist der häufigste Grund für Zahnverlust.

Zahnstein kann nicht mehr mit der Zahnbürste entfernt werden, sondern es sind zahnmedizinische Instrumente und Geräte hierfür notwendig, besonders, wenn Konkrement unter dem Zahnfleischsaum vorhanden ist. Bei der Professionellen Zahnreinigung, die ein bis zwei Mal jährlich empfehlenswert ist, werden weiche Zahnbeläge und Zahnstein gründlich entfernt, um das Parodontose-Risiko zu senken. In sehr hartnäckigen Fällen von Zahnfleischentzündung kann auch ein Antibiotikum verschrieben werden. Oftmals bessere Erfolge erzielt die ganzheitliche Zahnheilkunde mit der Gabe von Probiotika, denn diese fördern den Wiederaufbau einer gesunden Bakterienflora und damit ein natürliches Gleichgewicht.

Parodontose hat viele Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit, da die Bakterien im Mund über Blutbahnen in den gesamten Körper gelangen können. Deshalb dienen die zahnärztliche Vorsorge und Behandlung gegen Parodontitis ganzheitlich dem Patienten.
 

Ganzheitlicher Schutz für die Zähne durch die richtige Ernährung und Nahrungsergänzungen

Ernährung ist das beste Beispiel für die Ganzheitlichkeit bei der Zahnheilkunde und der Allgemeinmedizin: Alles, was mit den Zähnen und den Mundschleimhäuten in Berührung kommt, durchläuft im wahrsten Sinne den gesamten Körper. Die Ernährung hat Auswirkungen auf die Zahn- und Mundgesundheit genauso wie auf die Allgemeingesundheit.

Der menschliche Organismus ist hochkomplex. In allen Zellen in allen Organen laufen rund um die Uhr biochemische Stoffwechselprozesse ab. Damit diese Prozesse optimal funktionieren, müssen die dafür benötigten Mittel vorhanden sein bzw. zugeführt werden. Dies gilt auch beim Schutz der Zähne, der Mundschleimhäute und des Kieferknochens, in dem das Gebiss verankert ist.

In bestimmten Lebensphasen oder Lebenssituationen ist auch ein erhöhter Vitamin- und Nährstoffbedarf vorhanden, so zum Beispiel bei Kindern in der Wachstumsphase und bei Schwangeren und stillenden Müttern. Auch Raucher und Menschen mit hohem Stresspegel benötigen normalerweise mehr Vitamine.

Um Zähne, Zahnfleisch und Schleimhäute mit allem Notwendigen zu versorgen und gesund zu erhalten, werden Nährstoffe (vor allem Calcium und Phosphor) und Vitamine (hauptsächlich C und D) benötigt. Eine ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensweise tragen sehr zur Allgemeingesundheit bei, deshalb unterstützen diese Verhaltensweisen auch die Ansätze der ganzheitlichen Zahnmedizin.

In der industrialisierten Welt gibt es viele vorgefertigte Nahrungsmittel, die den Ansprüchen der ganzheitlichen gesunden Ernährung nicht genügen und Mangelerscheinungen für Zähne und Zahnfleisch auslösen können. Manchmal ist es für Berufstätige nicht möglich, sich ausgewogen zu ernähren oder manche empfinden das Zubereiten von ausgewogener Nahrung als zu aufwändig. Zu lange Lagerung von Lebensmitteln oder zu lange Brat- und Kochzeiten können wichtige Vitamine zerstören. Aber auch strenge Diäten oder vegetarische oder vegane Lebensweise können sich als unausgewogen herausstellen. Bei Bedarf können entsprechende Vitamine und Mineralstoffe auch als Nahrungsergänzung zugeführt werden.

Bei Vitaminpräparaten als Nahrungsergänzung ist darauf zu achten, dass die Zufuhr nicht überdosiert wird, da es sonst zu Vergiftungserscheinungen kommen kann, wenn der ausgewogene Tagesbedarf um das 5- bis 10-fache überschritten wird. Übelkeit, Durchfall, Appetitverlust, Blutdrucksteigerung, Nierenschäden und Gefäßveränderungen können Folgen sein. Deshalb sind die Dosierungsanleitungen in Packungsbeilagen zu beachten. Auch können Ernährungsempfehlungen von ganzheitlichen Zahnärzten und Zahnärztinnen sowie Apothekern eingeholt werden. 

Der Bedarf von Vitaminen und Mineralstoffen ist auch abhängig vom Alter, Geschlecht, Allgemeingesundheit bzw. Vorerkrankungen und Umwelt- und Lebensbelastungen. Deshalb ist es schwierig, allgemeingültige Aussagen zu machen. Sehr ausführliche Tabellen zu den Empfehlungen einzelner Mineralstoffe und Vitamine, an welchen man sich orientieren kann, finden sich zum Beispiel auf der Seite der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.Gesunder, harter Zahnschmelz schützt das Zahninnere.

Zahnschmelz ist das härteste Gewebe im menschlichen Körper und bildet die äußere Schicht des Zahns, die als Schutz für das empfindliche Zahninnere fungiert und nicht von Nerven durchzogen ist. Es besteht hauptsächlich aus Calcium, Phosphor, Magnesium und Natrium, außerdem sind neben vielen anderen Prozessen und Mineralstoffen im Körper die Proteine und Fette am Aufbau beteiligt.

Entwicklungsstörungen bei der Bildung von Zahnschmelz können genetisch oder durch Mangelernährung bedingt sein. Dies zeigt sich in Rillen, Grübchen oder Flecken, die auf dem Zahnschmelz sichtbar sind. Besonders auffällig wird es bei Unterernährung und Vitaminmangel. Die in früheren Zeiten gefürchtete „englische Krankheit“ (Rachitis), die den gesunden Knochenaufbau verhinderte und damit Auswirkungen auf die Zähne hatte, ist heute nur noch sehr selten.

Neben Bakterien können auch Verletzungen, Unfälle und plötzliche Gewalteinwirkungen den Zahnschmelz zerstören. Eine allmähliche Zerstörung kann von Bruxismus (nächtliches Zähneknirschen und Zähnepressen) ausgehen, ganz besonders, wenn Stressfaktoren dies verstärken. Mehrere Millimeter der Zahnhartsubstanz können geradezu abgeschliffen werden, man spricht dann von einem Abrasionsgebiss, welches schwere Kaufunktionsstörungen auslösen kann. Diese sollten von spezialisierten CMD-Zahnärzten interdisziplinär behandelt werden, da auch die Behandlung der Kiefergelenke ganzheitlich erfolgen sollte.

Zahnschmelz ist keine „nachwachsende“ Ressource, das bedeutet: Zahnschmelz regeneriert nicht von allein. Defekte können nur repariert werden. Im besten Fall gelingt es, Zahnschmelz zu remineralisieren, wenn die allerersten Anzeichen eines Kariesbefalls rechtzeitig erkannt werden.



Die wichtigsten Vitamine und Mineralstoffe
 

Vitamin D und Vitamin A

Vitamin D ist maßgeblich am Knochen- und Zahnaufbau beteiligt. Die Bildung bzw. Aufnahme von Vitamin D ist vom Sonnenlicht abhängig, denn es wird aus einem cholesterinähnlichen körpereigenen Stoff ausschließlich unter Einfluss von UV-Licht auf der Haut gebildet. Dies setzt einen Aufenthalt im Freien voraus, was in der heutigen Zeit bei entsprechender Lebensweise nicht immer möglich ist. Optimal arbeitet Vitamin D außerdem nur, wenn auch das Vitamin A ausreichend vorhanden ist. Vitamin A wird auch benötigt, um gesunde Schleimhäute zu bilden. 

Vitamin-A-Lieferanten: Hocheffiziente tierische Quellen finden sich in Leber, Butter und Käse. In pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Karotten, Spinat, roter Paprika, Tomaten, Brokkoli und Aprikosen kommt das Vitamin A häufig in Form von Beta-Carotin (Provitamin A) vor. Empfehlenswert ist die gleichzeitige Aufnahme von einer kleinen Menge Fett (z. B. Olivenöl), damit der Organismus das Beta-Carotin leichter verarbeiten kann.

Vitamin-D-Lieferanten: Der Tagesbedarf lässt sich bereits mit einem Esslöffel Lebertran decken. Da dies heutzutage nicht mehr üblich ist, reichen auch 1 bis 2 Eier, ein Hering oder ein Kalbschnitzel aus. Für Menschen mit veganer Lebensweise kommen Avocados, Champignons und Pfifferlinge in Betracht, die dann aber in größeren Mengen konsumiert werden sollten.
 

Vitamin E und Folsäure

Das Vitamin E hat viele positive Effekte auf die Allgemeingesundheit. Es ist – wie die Folsäure - auch für entzündungshemmende Eigenschaften bekannt. Daher können diese Stoffe bei Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) positive Wirkung zeigen.

Vitamin-E-Lieferanten: Weizenkeime, Weizenkeimöl, Tomaten, Haselnüsse, Mandeln, Sonnenblumenöl, Wirsing, Himbeeren

Folsäure-Lieferanten: Hülsenfrüchte wie Erbsen, Sojabohnen, Kichererbsen, Linsen, Kidneybohnen; Spinat, Haferflocken, Salat, Tomaten, Spargel, verschiedene Kohlsorten
 

Vitamin C

Die gefürchtete Seefahrerkrankheit Skorbut wurde hauptsächlich durch Vitamin-C-Mangel ausgelöst. Bei längeren Schiffsreisen faulten die Zähne buchstäblich weg und hinterließen auf großer Fahrt große Lücken in der Besatzung – und täglich ging einer über Bord. Dieses Bild zeigt drastisch die Auswirkungen einer Mangelernährung, die sich zunächst auf Zähne und Zahnhalteapparat auswirkt und dann auf die Allgemeingesundheit übergeht.

Vitamin C spielt in der ganzheitlichen Medizin und ganzheitlichen Zahnheilkunde eine besondere Rolle zur Immunsystemstärkung, bei der Wundheilung und bei „Reparaturprozessen“ im Körper. Damit dient Vitamin C auch der Vorbeugung von Gingivitis (Zahnfleischentzündung), die von bakteriellen Zahnbelägen verursacht wird und sich bei Nichtbehandlung in eine Parodontose ausweitet. Zahnfleischbluten kann ein Hinweis auf Vitamin-C-Mangel sein. Menschen mit hoher Stressbelastung, Fastfood-Liebhaber, Raucher und Patienten, die Antibiotika, Kortison oder Aspirin einnehmen, benötigen eine höhere Tagesdosis an Vitamin C.

Vitamin-C-Lieferanten: Gute Lieferanten für Vitamin C sind Südfrüchte wie Zitronen und Orangen, Kiwi, Fenchel, Sauerkraut, rote Paprika, schwarze Johannisbeeren, Kartoffeln und Brokkoli. Grundsätzlich wird bei Rohkost mehr an Vitamin C aufgenommen als bei verarbeiteten Lebensmitteln.
 

Calcium und Phosphor sind gut für die Zähne und Kieferknochen

Calcium ist ein Mineralstoff, das im Körper in einer relativ großen Menge vorhanden und in Zähnen und Knochen mit Phosphor verbunden ist. Beide Mineralstoffe stärken Zähne und Knochen, ein Mangel führt zur Entkalkung der Knochen und der Zähne. So gibt ein fester Kieferknochen mit hoher Knochendichte den Zähnen (oder auch Zahnimplantaten) festen Halt, während Osteoporose-Patienten mit geringerer Knochendichte schlechtere Voraussetzungen mitbringen.

Calcium und Phosphor werden permanent benötigt, vor allem während der Wachstumsphase oder während der Schwangerschaft und Stillzeit. Allerdings kommt es hier auf die Ausgewogenheit der Ernährung an. Ein Zuviel an Phosphor ist nicht günstig, da Phosphor das Calcium bindet und dieses dann dem Körper nicht mehr zur Verfügung steht.

Calcium-Lieferanten: Milch- und Milchprodukte, Parmesan, Gouda, Emmentaler Käse, Brokkoli, Fenchel, Lauch, Grünkohl, Vollkornbrot, Ölsardinen, Sojamehl, Nüsse

Je nach Lebensmittel und je nach Verfügbarkeit von diversen Vitaminen (u.a. Vitamin C und D), Eiweiß und Milchzucker schwankt die Aufnahmefähigkeit des Körpers für das Calcium zwischen 5 und 50 Prozent. Vermindert wird sie z. B. durch Oxalsäure (z. B. in Spinat und Rhabarber vorhanden) und durch ballaststoffreiche Ernährung.

Phosphor-Lieferanten: Zu ausgiebigen Phosphor-Lieferanten zählen Bierhefe, Magermilchpulver, verschiedene Käsesorten, Weizenkeime, Weizenkleie, Eigelb, Kakaopulver und Sojamehl. Zucker in der Nahrung stört die Aufnahmefähigkeit von Phosphor.

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